Zusammen ist man doch wirklich weniger allein – vom gemeinsamen Kinderzimmer!

Bei Mamalogik soll es ja nicht immer nur ums Auswandern und Leben im Ausland gehen. Ruhig darf ich meinen Fokus auch mal ein bisschen verschieben und deswegen möchte ich heute mal an einer Blogparade teilnehmen.
Sarah vom Blog Mamagogik hat aufgerufen zu einem tollen Thema zu bloggen: Zimmeraufteilung bei Geschwistern.

Vorneweg kurz und knapp, aber wirklich ernst gemeint: Schön und sicherlich nicht selbstverständlich, wenn man den Luxus hat, sich darüber Gedanken machen zu dürfen, ob man seine Kinder nun in einem Zimmer gemeinsam unterbringt oder ob es für ihre Persönlichkeitsentwicklung von Vorteil ist, ihnen ein eigenes Zimmer zuzugestehen. Sicherlich gibt es viele, die sich darüber keinerlei Gedanken machen brauchen, da sie auf begrenztem Raum leben und sich ihre Kinder zwangsläufig ein Zimmer teilen. Ich möchte das nicht vergessen, wenn ich darüber schreibe.

Ich habe mir mein Zimmer geteilt, für eine gewisse Zeit zumindest, mit meinen beiden Schwestern. Meine ersten Erinnerungen an unser gemeinsames Zimmer hängen zusammen mit einem tollen Hochbett, dass mein Papa für uns baute. Das war ein riesen Bett, das um die Ecke ging, wobei zwei Betten oben waren und eins unten. Schwer zu beschreiben, und es gibt davon auch keine Bilder leider.

Ich erinnere mich an viele Momente, in denen wir uns abends, wenn wir nicht schlafen konnten, im dunkeln Geschichten erzählte, Quatsch machten oder uns gegenseitig ärgerten.

Auf jeden Fall war es toll, unser Bett, und hoch und irgendwie hatte es so viele Balken, dass man sich mit Decken Höhlen bauen konnte und es in ein Piratenschiff oder ein Baumhaus oder eine Burg verwandeln konnte. Unserer Kindefantasie waren keine Grenzen gesetzt. Es war einfach ein richtiges Abenteuer-Bett und es nahm einen nicht unwesentlichen Teil unseres Kinderzimmers ein. Und ich fande es damals schon toll, dass mein Papa das selber gebaut hat. Niemand hatte noch so ein Bett, nur wir, für uns hatte er das gemacht. Eine schöne Erinnerung und genau dieses schöne Gefühl habe ich, wenn ich überhaupt an unser gemeinsames Zimmer denke. Wir hatten noch ein weiteres Zimmer, dass wir uns auch teilten, aber wie wir das genau nutzten, weiss ich gar nicht mehr.

Ich erinnere mich an viele Momente, in denen wir uns abends, wenn wir nicht schlafen konnten, im Dunkeln Geschichten erzählte, Quatsch machten oder uns gegenseitig ärgerten.
Ich erinnere mich an Momenten, in denen wir uns gegenseitig zu Kaffe und Kuchen einluden, gemeinsam mit unseren Puppen.
Ich erinnere mich an Momente, in denen wir Pferchden spielten und uns gegenseitig auf den Schultern durch unser Zimmer trugen.
Ich erinnere mich an Momente, in denen wir zusammen unseren Puppen die Haare schnitten, und die abgeschnittenen Haare versteckten, damit Mama das bloß nicht sieht.

Ich verbinde mit dem Umstand, für eine ganze Weile ein Zimmer mit meinen Geschwistern geteilt zu haben, die Chance bekommen zu haben, eine besonders enge Bindung aneinander entstehen zu lassen.

Wir schliefen gemeinsam ein, wir wachten zusammen auf, wir teilten unsere Geheimnisse, wir schmiedeten zusammen Pläne, wir passten aufeinander auf. Aber wir stritten auch miteinander, um Spielsachen, um Platz, um Raum, um Vormachtstellungen, um das letzte Wort und um sicherlich noch vieles mehr. Ob wir darum stritten, ausschließlich weil wir uns ein Zimmer teilten, will ich nicht behaupten, aber ich kann immerhin sagen, dass es uns nicht geschadet hat. So heftig wir uns stritten, so schnell und innig konnten wir uns auch wieder vertragen.

Hätte jede von uns ein eigens Zimmer gehabt, hätte auch jede von uns einen Rückzugsort gehabt. Ist das gut, ist das schlecht? Es hat sicherlich auch seine Vorteile.

Wir verstehen uns Gott sei dank auch heute sehr gut. Ich kann es mir nicht vorstellen ohne meine Schwestern zu sein und auch wenn man die eine oder andere Meinungsverschiedenheit hat, wissen wir, dass wir uns haben, wir können uns immernoch genauso gut streiten, wir wir uns wieder vertragen können. Und vielleicht ist das eine positive Nebenwirkung unserer gemeinsamen-Zimmer-Zeit: aus der Gegebenheit, den Raum miteinander teilen und Zeit miteinander verbringen zu müssen, entsteht die Notwendigkeit sich zu arrangieren und dazu beizutragen, Harmonie zu schaffen. Wer will denn schon dauerhaft im Streit miteinander sein?
Hätte jede von uns ein eigens Zimmer gehabt, hätte auch jede von uns einen Rückzugsort gehabt. Ist das gut, ist das schlecht? Es hat sicherlich auch seine Vorteile.

Ich möchte, dass meine Mädels gemeinsam in ihrem Zimmer groß werden. Sie sollen Tag und Nacht füreinander da sein können.

Jetzt, da ich nun selber Mama bin und in nicht all zu weiter Ferne das Thema auch für uns relevant sein wird, möchte ich mir also Gedanken darüber machen. Was ist wohl das Beste für meine beiden Mädels. Ich bin keine Pädagogin und auch keine Psychologin und ich habe keinerlei fachspezifisches Wissen, sondern einfach nur ein Gefühl zu diesem Thema. Wir haben das Glück mehrere Zimmer zur Vefügung zu haben. Die Mädels müssten sich also nicht zwangsläufig ein Zimmer teilen. Ich könnte ich die Variante jeder hat sein eigenes Zimmer, seinen eigenen Raum, sein eigenes kleines Wohlfühl-Reich durchaus wählen. Das werde ich aber nicht tun.Ich möchte, dass meine Mädels gemeinsam in ihrem Zimmer groß werden. Sie sollen Tag und Nacht füreinander da sein können. In der Zeit, in der sie daheim sind, würde ich mir wünschen, dass es für sie normal ist, dass sie nicht alleine sind, sondern immer zu zweit. Sie sollen ihre kleinen Machtkämpfe untereinander austragen und gegenseitiges Vertrauen aufbauen, sich helfen und sich nah sein. Ich denke, dass sie ein gemeinsames Zimmer auch gar nicht in Frage stellen werden, wenn es von Anfang an für die vollkommen normal ist.

So ist zumindest meine Wunsch- und Traumvorstellung. Ich hoffe es wird funtkionieren. Und vielleicht bin ich da so optimistisch und sogar fast schon sicher, dass es so funtkioniert, da ich selber genau diese Erfahrung gemacht habe. Wer weiß, wie ich mich entscheiden würde, hätten wir uns als Geschwister damals unser Zimmer auch nicht geteilt.

Mit der Zeit, wenn sie größer werden, wenn sie in die Pubertät kommen, kann ich dieses Modell ja nochmal überdenken, aber jetzt für den Moment fühlt es sich genau richtig an. Ich freue mich darauf, wenn die beiden in ihr gemeinsames Zimmer einziehen. Da unser Container mit all unserem Hab und Gut erst Ende Juni hier in Südkorea ankommen wird, wird es auch erst dann ein richtiges Kinderzimmer geben. Bisher ist alles noch sehr improvisiert, daher fallen die Bilder in diesem Beitrag auch leider aus. Nächstes mal wieder 🙂

Also, ich bin sehr gespannt, was ihr so zu diesem Thema zu sagen habt.
Was habt ihr für Erfahrungen gemacht als Kinder?
Wie habt ihr das so vor mir euren eigenen Kindern?
Ich bin – wie immer – so gespannt auf eure Kommentare!

Und noch ein liebes Dankeschön an Sarah, für dieses schöne Blogparaden-Thema.

Bis dahin!
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  1. Ein schöner Beitrag. Wie weit sind deine Schwestern und du altersmäßig auseinander?

    LG Sarah

  2. Liebe Sarah, meine Antwort wurde irgendwie verschluckt. Tut mir leid. Wir sind 2 und 5 Jahre auseinander. Also relativ nah beieinander.

  3. hallo Johanna,
    bei uns kommt die frage ein zimmer zusammen oder getrennt überhaupt nicht in frage.
    Monique ist fast 13 jahre und fabi 3 jahre…

    jeder hat sein zimmer, mein freund und ich sind dafür gern ins Wohnzimmer “gezogen”.

    Monique hat allerdings ein bett wo drunter ein gästebett geschoben wird.

    oft wenn die zwei mittags oder am Wochenende spielen, hört man von fabi: “Nana?! (so nennt er Monique schon immer 😉 ) gehen wir in dein zimmer oder in mein zimmer spielen?”

    bei fabi wird meist duplo gespielt, bücher angeschaut und vorgelesen oder mit der kinderküche gespielt. bei Monique sind alle playmobil Sachen. dort wird dann das große haus und gefühlte 1000 kisten ausgepackt und bestimmt bis zu drei stunden playmobil gespielt.

    am wochenende oder in den ferien ist fabi gern der Schlafgast bei Monique. das genießen die zwei auch regelrecht, weil es etwas besonderes ist.

    ich selbst bin Einzelkind 🙁

    lg, aus bürgel Stephanie

  4. hallo Johanna,
    diese frage ist bei uns garnicht entstanden. da Monique fast 13 jahre und fabi 3 jahre von anfang an getrennt zimmer bekommen haben. fabi hat bis zum 1lj bei uns geschlafen dann haben wir unser Schlafzimmer geopfert und sind ins Wohnzimmer gezogen.

    wenn fabi und Monique (von fabi liebevoll nana gennant wird) mittags oder am Wochenende spiele dann fragt fabi: “nana?! gehen wir in dein oder mein zimmer spielen?!”

    bei Monique wird dann playmobil gespiel. das große haus, der Bauernhof, das shoppingcenter und gefühlte 1000 kisten Kleinkram aufgebaut. da geht schon mal ein ganzer tag drauf.
    bei fabi wird dann meist duplo gespielt, gepuzzelt, bücher angeschaut und vorgelesen oder mit der kinderküche gespielt.

    am Wochenende oder in den ferien darf fabi auch mal bei seiner schwester im gästebett schlafen. diese zeit genießen beide dann sehr, da es etwas besonderes ist und nichts alltägliches.

    ich selbst bin Einzelkind und war immer mit allem allein 🙁

    liebe grüße aus bürgel <3

    Stephanie

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