Family, Kids & Co Gedanken

Welt, dir fehlt Liebe! Gedanken zu aktuellen Ereignissen

Die Ereignisse haben sich in den letzten Wochen regelrecht überschlagen. Es ist ja nun nicht so, dass es nicht immer schon schlechte Nachrichten gegeben hätte, dennoch habe ich im Moment das Gefühl, dass sich die Schreckensmeldungen häufen. Amokläufe, Anschläge, Menschen sterben gefühlt verhäuft jung an Krebs oder anderen schlimmen Krankheiten und dann wurden wir leider auch noch fast Zeuge davon, wie ein Mensch, der seinen Depressionen nicht mehr stand halten konnte, sich entscheidet diese Welt zu verlassen. „Am Ende. Es hat leider nicht gereicht für ein ganzes Leben.“ twitterte Johannes Korten, ein bekannter Blogger, vergangene Woche, veröffentlichte auf seinem Blog seinen Abschiedsbrief und nahm sich das Leben. Als ich seine Twittermeldung und all die flehenden Aufrufe in den Kommentaren darunter, seine Entscheidung nochmal zu überdenken, las, war auch ich am Ende. Ich fragte mich einmal mehr, was hier auf unserer eigentlich doch so schönen Welt gerade los war und weshalb es sich so anfühlte, als würden nur noch dramatische Dinge passieren und wir alle sind mittlerweile ‚mittendrin statt nur dabei‘.

Früher vs. heute
Früher war das anders, dachte ich. Früher passierten sicherlich auch sehr viele schlimme Dinge (hier ein interessanter Artikel dazu: ‚Steuert die Welt auf eine Katastrophe zu oder trügt uns unser Gefühl?‘), die Berichterstattung darüber und die Möglichkeiten Zugang zu Informationen zu bekommen waren allerdings anders. Wir konnten nicht live dabei sein, wenn sich irgendwo auf der Welt plötzlich etwas furchtbares ereignete, niemand konnte schreckliche Bilder von blutüberströmten Menschen twittern oder Videos hochladen, die nichts außer Angst, Schrecken und Leid abbilden. Es drängt sich mir das Gefühl auf, so schrecklich alle all diese Taten auch finden, die Sensationsgier steigt mit jeder Meldung. Die Liveticker sämtlicher Medien-Portale batteln sich um das neuste Update, die Twitter-User twittern und hashtaggen wild drauf los, sobald es das Weltgeschehen wieder zulässt. Hierbei gilt nicht selten, je sensationeller und reißerischer das Posting, der Tweet, das Bild, das Video, umso besser. Wir alle können heute Paparazzo fast jeder Situation auf dieser Welt sein, sei sie schrecklich, abstoßend, angst-einflößend oder gefährlich, das ist völlig egal. Ich finde das nicht gut, das stört mich, das nervt mich, es macht Angst, versetzt in Schrecken und hinterlässt ein ungutes Gefühl.

Bekommen unsere Kinder davon etwas mit?
Ich mache keine Nachrichten an, solange die Kinder wach sind. Mit 4 und 2 Jahren finde ich, müssen sie noch nicht wissen, wie viel Böses da draußen in der großen, weiten Welt existiert. Meine Kinder (zumindest die Große) wissen, dass Menschen sterben, dass sie beerdigt werden und ihr Körper dann unter der Erde liegt – das ist natürlich, das ist der Kreislauf des Lebens. Dass es Menschen gibt, die vorsätzlich andere Menschen töten, dass es neben Liebe leider auch ganz viel Hass auf unserer Welt gibt und zu was der Hass der Menschen in der Lage ist, das möchte ich sie noch nicht wissen lassen. Dass ich sie nicht ein Leben lang davor bewahren und schützen kann ist mir bewusst, doch möchte ich ihr Vertrauen in Liebe, Menschlichkeit und Mitgefühl so lange uneingeschränkt wachsen lassen, wie es mir nur möglich ist. Ist das naiv? Ist mir egal, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es genau das ist, was unserer Welt fehlt – mehr Liebe!

Liebe. Menschlichkeit. Mitgefühl.
Wo Liebe ist, da ist Menschlichkeit. Wo Menschlichkeit ist, da ist Mitgefühl. Wo Mitgefühl ist, da ist kein Platz für Hass. Das ist so einfach und so schön und gleichzeitig offensichtlich so schwer.

Du kannst etwas verändern!
Wir sollten uns jeden Tag fragen, in was für einer Welt wollen wir eigentlich leben? In was für einer Welt wollen wir unsere Kinder aufwachsen sehen. Ist es eine Welt voller Leid, voller brutaler, unmenschlicher Ereignisse oder eine Welt, in der wir unsere Mitmenschen so behandeln, wie wir selbst gerne behandelt werden würden? Eine Welt, in der wir im Kleinen das säen, was wir im Großen gerne gesät sehen würden, um später das zu ernten, was die Welt vielleicht ein Stückchen besser machen würde – ein aufrichtiges und respektvolles Miteinander getragen von Akzeptanz auch für das, was anders ist, als das was wir es vielleicht kennen. Anders muss nicht immer schlecht sein, anders ist schlichtweg einfach anders und für die Anderen einfach normal. So easy ist das 😉

Die Meisten von uns leben tatsächlich in der priviligierten Situation entscheiden zu können – und das jeden Tag aktiv aufs Neue – wie sie leben möchten. Damit meine ich nun nicht, ob in einer großen Villa mit Pool oder doch lieber bescheiden in einer 2 Zimmer Wohnung. Ich meine die eigene innere Einstellung dazu, wie wir miteinander und auch mit uns selbst umgehen möchten. Wir können uns jeden Tag aufs Neue dazu entscheiden in diese Welt, die so grausam und kalt im Moment auf uns wirkt, ganz viel Menschlichkeit zu bringen. Grüßt die Menschen, die euch auf der Straße begegnen, lächelt sie an, anstatt ein mürrisches Gesicht aufzulegen. Fangt im Kleinen an und macht die Welt euren Möglichkeiten nach in eurem Wirkungskreis zu einem besseren Ort. Wir haben die Wahl, wir können uns dazu entscheiden – und das ist die gute Nachricht 🙂

So, genug gefaselt. Haltet mich für naiv, das ist euer gutes Recht, ich fühle mich wohl mit diesem Ansatz in meiner kleinen, gott sei dank heilen, rosaroten Welt 😉

Alles-Liebe_Unterschrift-neu

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