Schlagwort: Gedanken

So habe ich mich als Mama verändert! Blogparade

Die liebe Frida von 2 Kind Chaos hat zur Blogparade aufgerufen. Und wenn die Frida ruft, da folge ich sehr gerne. Das Thema ist nämlich all zu schön: Wie habt ihr euch denn so verändert als Mama?- möchte Frida von uns wissen.

Sich verändern ist ja immer so eine Sache, das kommt nicht von heute auf morgen, man ist nicht heute so und morgen plötzlich anders. Es ist ein schleichender Prozess, der vielleicht auch gar nicht immer sofort auffällt, der vielleicht auch nicht mal sonderlich ins Gewicht fällt. Und doch gibt es ein paar Dinge, die ich ganz klar benennen kann, die anders sind, seitdem ich Mama bin. Hier für dich Frida und für euch meine Top 5 Veränderungen: Weiterlesen

Gemischte Gefühle – unser erster Deutschland-Besuch steht an

Samstag, 26.03.2016. Gar nicht mehr lange und dann heißt es für uns Urlaub. Ein ganz besonderer Urlaub steht an. Sicherlich habt ihr schon mitbekommen, dass wir das erste mal nach fast einem Jahr nach Deutschland fliegen.

Wie fühlt sich das an? Seltsam, spannend, ein bisschen aufregend. Emi ist schon ganz aufgeregt. Sie fragt ständig, wann wir fliegen, wie oft sie noch schlafen muss. Was sie wohl erwartet von dieser Reise? Beantworten kann sie mir diese Frage nicht. Ein Jahr lang haben wir tolle Erfahrungen gesammelt, so viele Menschen kennen gelernt, neue Freundschaften geknüpft, uns in der Fremde und Ferne alleine zurecht gefunden. Wir sind gewachsen mit den Erfahrungen und an den Herausforderungen. Ich habe nahezu jede Sekunde bisher hier genossen. Ich bin glücklich über das, was wir hier erleben und glücklich darüber, dass wir uns darüber freuen können, in ein paar Tagen sorglos und unbeschwert nach Deutschland zu fliegen und unsere Familie und Freunde nach so einer langen Zeit wieder in die Arme schließen zu dürfen. Das alles ist nicht selbstverständlich! Es geht uns gut, wir haben Gott sei dank keine großen Sorgen, wir führen ein wirklich sehr priviligiertes Leben, für das wir dankbar sein dürfen.

Und doch gibt es Dinge, Tatsachen, Bilder, Ereignisse, die mich traurig machen, die mich zweifeln lassen, die mich ratlos und sprachlos machen. Und mit unserem sorglosen Besuch in Deutschland schwingt immer so ein bisschen ein Gefühl von Schwere mit. Wie ist die Stimmung in dem Land, dem wir vor einem Jahr nicht unbegründet ganz bewusst den Rücken gekehrt haben. Dass, was über die Medien transportiert wird, zeichnet für uns hier ein manchmal chaotisches, manchmal von Hass und Fremdenfeindlichkeit dominiertes Bild einer menschlichen Landschaft, das mir nicht gefällt, das mich beunruhigt und das ich meinen Kindern nicht zeigen möchte. Und mich beschleicht dieses Gefühl von Unwohlsein und Unsicherheit. Wenn ich an Deutschland denke, dann beginne ich mich schwer zu fühlen, dann sehe ich ganz viel grau, viele grieskrämige Menschen, die sich über alles Mögliche unsinnigerweise beschweren, die unreflektiert ihre Abneigung anderen Menschen gegenüber bekunden, nur weil sie eben anders sind, hierbei ist meistens ganz gleich ob das nun zu Recht oder zu Unrecht geschieht.

Wisst ihr, ich hieß mal anders, ich hatte mal einen deutschen Nachnamen und mit dem war alles so wunderbar einfach. Dann habe ich geheiratet und hatte plötzlich einen türkischen Nachnamen. Und schon wurde alles schwerer. Am Telefon habe ich mich irgendwann bewusst immer mit Vor- und Nachnamen gemeldet, damit ich bloß nicht schon von erster Sekunde an in eine Schublade gesteckt werde. Ich wollte einfach so behandelt werden, wie es mir bisher bekannt war und wie es eigentlich normal sein sollte! Wie verrückt, dass ich meinen deutschen Namen meinem türkischen Nachnamen dafür voransetzen musste, oder? All das, was hinter dieser kleinen Anekdote steckt möchte ich nicht, nicht für meine Kinder, nicht für meinen Mann, nicht für mich! Deutschland, warum machst du es mir so schwer?

Wenn ihr das hier lest, dann sitzen wir gerade im Flieger nach Deutschland, vielleicht sind wir auch schon angekommen. Ich würde mich so freuen, wenn sich mein Gefühl sobald wir ankommen, ändert… Wenn die Bilder der Medien, die uns hier erreichen, falsch sind, die Stimmung, die dadurch transportiert wird, nicht real ist. Und wenn meine Erinnerung an so viele grieskrämige, unfreundliche, voreingenommene Menschen völlig falsch ist.

Hiermit melde ich uns für 2 Wochen dann auch ab. Wir werden eine wundervolle Hochzeit meiner Schwester feiern, tolle Menschen treffen, die ich sehr vermisst habe, hoffentlich viel lachen, gut essen, bis tief in die Nacht quatschen und es uns gut gehen lassen mit all unseren Herzensmenschen!
Bis dahin wünsche ich euch auch eine tolle Zeit. Die Eine und Andere werde ich ja am 8.4. beim #RMEB Café treffen. Darauf freue ich mich auch schon riesig.

 

Die Krux mit dem Erziehen:Vom ständigen “Nein” und konsequentem Handeln

Hier lese ich für euch einen Ausschnitt aus dem Artikel vor:

 

Ich bin eine Spielverderberin!
Wenn ich den Anspruch an mich habe, mich selbst reflektieren zu wollen, dann muss ich das ehrlicherweise zugeben, das  ist die Wahrheit! Als Mama bin ich zu einer echten Spielverderberin geworden. Ich sage gefühlte 100.000 mal am Tag “Nein”? Nein, fass das nicht an! Nein, lass das da liegen! Nein, das ist nicht für Kinder! Nein, das darfst du jetzt nicht! Nein! Nein! Nein! Ich fühle mich wie die größte Spielverderberin und das fühlt sich gar nicht gut an und das macht auch irgendetwas mit mir.

Rückblick – Ich erinnere mich …
Ich erinnere mich, wie ich als Kind manchmal nicht verstehen konnte, wenn auf irgendeine Frage, Aktion, Bitte meinerseits mit “Nein!” reagiert wurde. Ich kann mich noch an das erinnern, was eine solche Reaktion bei mir hervorrief: Wieso denken die Erwachsenen, ich kann das nicht, ich schaffe das nicht, ich bin dafür zu klein, wieso darf ich das nicht und xy darf das…? Fühlte ich mich doch groß und stark und in der Lage vieles zu tun, zu probieren, zu erkunden, was mir von den großen Erwachsenen verboten wurde. Sicherlich war ich nicht zu allem in der Lage und überschätzte gewiss meine kindlichen Fähigkeiten, dennoch hatte ich ein natürliches Vertrauen in mich, ein starkes Selbstvertrauen, an dem irgendwie auch mit jedem “Nein!” ein wenig gerüttelt wurde.
Man müsste meinen, ich hätte aus dieser Erfahrung gelernt, es selbst vielleicht etwas anders zu halten.

Wie ist das nun, wenn man selber Mama ist?
Doch so stehe ich nun heute als Mama da und rufe lauthals meinen Kindern immer wieder ein deutliches und klares “Nein!” zu und das hat ganz viele unterschiedliche Gründe

  • Ich habe Angst, dass mein Kind bei einer Aktion etwas passieren könnte,
  • ich traue meinem Kind manchmal (situationsbedingt) nicht zu, dass es Situationen richtig einschätzen und bestimmte Gefahren abschätzen kann,
  • ich möchte meinem Kind beibringen, dass es Regeln gibt, an die es sich halten soll,
  • Ich möchte meinem Kind Grenzen aufzeigen,
  • Und vieles mehr…

Oftmals ist es so, dass ich mir dann vorkomme wie der größte Spielverderber. Die Große macht etwas, das sie auf keinen Fall machen soll, ich sehe es und unterbreche sie in ihrem Tun mit dem Hinweis darauf, dass sie das nicht darf/ machen soll. Ist die Situation relativ entspannt, biete ich ihr einen Kompromiss an, eine Alternative oder irgendeine Hilfestellung, irgendetwas, womit wir beide uns zufrieden geben könn(t)en. Dieser Kompromiss ist manchmal ok, oft aber doof (für sie!). Ob das nun eine Protestreaktion ist oder der angebotene Kompromiss eventuell tatsächlich nicht so gelungen ist, ist völlig egal, denn das Ergebnis ist oft das selbe: Die Stimmung kippt! Die Situation bedingt, denke ich, allerdings eine solche Reaktion. Selbstverständlich findet ein Kind es nicht toll, wenn es bei etwas unterbrochen wird, was ihm offensichtlich gerade großen Spaß macht und ist nicht sofort in der Lage das zu reflektieren und den von Mama gemachten Kompromiss als gut einzuordnen und bestenfalls anzunehmen.
Manchmal entstehen dann diese Konfliktsituationen, da sie mein Eingreifen und das Verbot nicht versteht und in dem Moment, manchmal auch keinerlei Erklärung zulassen möchte. Ein Kompromiss zu schließen ist in so einer Situation nicht möglich. Jetzt muss irgendwie abgelenkt werden, damit die Stimmung nicht ganz hinüber ist.

Nächste Hürde: Konsequent sein
Mit dem “Nein-sagen” und den ewigen oft ungewünschten Kompromissen ist es ja nicht getan. Obendrein wäre es von Vorteil, wenn ich das, was ich mir von meinen Kindern wünsche, möchte, erwarte, verlange auch konsequent wünsche, möchte, erwarte, verlange. Es bringt ja nun nichts, wenn ich heute A und morgen zu ein und derselben Sache B sage oder sie gar ignoriere. Dann weiß mein Kind nicht, was ich nun eigentlich tatsächlich will oder offensichtlich nicht will, noch scheine ich es selbst zu wissen. Daher tut es gut, bevor ich eine Regel aufstelle oder ein “Nein” ausspreche, darüber nachzudenken, ob das nun wirklich sinnvoll und konsequent von mir gewünscht ist und eingefordert werden kann.
“Don’t say it unless you don’t mean it” –  ein wichtiger Satz für mich, wenn es darum geht, darüber zu entscheiden, wie konsequent ich etwas umsetzen möchte. Einmal ausgesprochen und eingefordert, kann ich nicht am nächsten Tag es plötzlich anders wollen. Natürlich kann man auch mal ein Auge zudrücken und vielleicht einfach mal so tun, als hätte man etwas nun gerade nicht gesehen, doch im Regelfall versuche ich unsere “Regeln” konsequent umzusetzen, was mich oft wieder in die Abseitsposition des Spielverderbers rückt.

Die Krux an dieser “Erziehungs-Sache”
Regeln aufstellen und umsetzen, konsequent darin sein und Grenzen setzen, gleichzeitig noch genug Freiraum für Selbstentfaltung lassen und auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes angemessen eingehen. Die Waage zu halten zwischen sinnvollen Ver-boten und Ge-boten, das Kind angemessen fördern, doch nicht überfordern, all das klingt in der Theorie so wunderbar einfach und sinnvoll und scheint so viel Harmonie und besonders tolle Kinder und später 1A erwachsene Menschen zu versprechen. Im Alltag fühlt es sich aber oft anders und gar nicht schön an. Es ist anstrengend und irgendwie manchmal unfair. Es kann zermürbend und oftmals mühselig sein. Konsequent dabei sein ist schwierig und gelingt auch nicht immer. Wer ist schon gerne und ständig und irgendwie eigentlich immer der Spielverderber? Und wie sieht überhaupt eine friedliche Erziehung aus? Wie laufen denn solche Situationen im Optimalfall ab, sodass alle Beteiligten sich damit wohl fühlen? Und Mama am Ende vielleicht auch mal nicht nur als Spielverderberin das Feld verlässt, sondern vielleicht auch einfach nur einmal die Heldin ist, die die Situation perfekt gemeistert hat.
(Antworten und Anleitungen hierzu bitte sehr, sehr gerne in den Kommentaren!

Und manchmal gibt es sie doch
Ab und an – wenn ich gerade so absolut gar nicht damit rechne – passiert es. Diese Momente sind kurz und klasse. Da steht sie dann plötzlich vor mir und sagt: Mami, ich habe dich jetzt verstanden.  
Und endlich fühle ich mich nicht mehr wie eine Spielverderberin und irgendwie einfach verstanden und gut!

Wie ist das denn bei euch? Ich freue mich, wenn ihr mir in den Kommentaren darüber berichtet wie ihr es so empfindet mit dem “Nein-sagen”. Wie konsequent seid ihr? Fühlt ihr euch auch manchmal wie ein Spielverderber? Schreibt mir, ich freue mich!

 

 

Wenn Menschen gehen: Circle of life!

Meine Oma ist gestorben. Heute findet die Trauerfeier für meine Oma statt.

Oma war ein Kind der 30er – Kriegsgeneration – sie hat viel erlebt, schon als Kind viel gesehen, viel schreckliches, dass wir uns nicht annähernd vorstellen können. Sie hat der Welt 2 Kinder geschenkt, bekam 4 Enkelkinder und 2 Urenkel geschenkt. Mit 80 Jahren – am vergangenen Dienstag schloss sie ihre Augen.

Wisst ihr, das Leben ist so, es beginnt und es endet. Das ist keine Neuigkeit, das ist keine große Erkenntnis, doch das zu akzeptieren und anzunehmen und in dem Moment wo man damit konfrontiert wird – zwar traurig, dennoch einverstanden damit zu sein – das ist nicht selbstverständlich, das ist nicht einfach.  Wir werden geboren, darauf haben wir keinen Einfluss und wann wir wieder gehen, darauf haben wir auch keinen Einfluss. Damit zu hadern macht (für mich!) keinen Sinn.

Das klingt sicherlich in mancher Leuts’ Ohren sehr pragmatisch, vielleicht kühl? Möglicherweise denkt die eine oder andere, die mit mir gesprochen hat in den letzten Tagen oder mir begegnet ist, wie abgebrüht ist sie denn? Ich denke es ist weder Kühle noch Pragmatik, noch Emotionslosigkeit, es ist einfach eine Haltung nach der tiefgreifenden Erkenntnis, dass der Tod zum Leben gehört wie das Leben selbst und das ein schmerzloser Tod, ohne Qual, ohne Angst, ohne monatelangem Kampf ein sehr gnädiger Tod ist.

Ich habe eine Erfahrung machen müssen vor ein paar Jahren, die mich sehr geprägt hat. Frisch verheiratet, frisch aus den Flitterwochen wieder zuhause erfuhren wir, dass unser Papa Krebs hat. Ja Krebs, das Arschloch, die fiese Krankheit, die Menschen gnadenlos zugrunde richtet. “Nicht mehrjährig” – lautete es damals am Tag der Diagnose, was auf den Tag genau ein Jahr heißen sollte. Er kämpfte für sich, für uns, mit sich, mit uns, wir für ihn, wir für uns – es war ein einziger Kampf – das ist es, was mich heute noch weinen lässt darüber – der Kampf, die Schmerzen, die Aussichtslosigkeit, die Gewissheit darüber und die Hoffnung, die immer wieder im Keim erstickt wurde. Aber ich weine nicht über den Tod, denn der war erlösend, nicht über den Zeitpunkt, denn das war sein Schicksal. Er hat mich einmal gefragt: “Meinst du, ich treffe sie dort wieder?” Mit sie meinte er seine Mama, die sehr früh gestorben ist. “Ja, du wirst sie dort wiedertreffen” – habe ich zu ihm gesagt und ihn in den Arm genommen. Ich glaube fest daran, er hat auch fest daran geglaubt. Das tut gut.

wenn menschen gehen

Letztendlich hat diese furchtbare Krankheit auch meinen Papa überwältigt, er konnte nicht mehr standhalten und hat vor 4 Jahren, 1 Monat bevor seine erste Enkeltochter das Licht der Welt erblickte für immer seine Augen geschlossen. Und auch wenn es schrecklich war, mich noch nie eine so tiefe Traurigkeit ergriffen hat zuvor, war es verbunden mit viel Dankbarkeit –  Dankbarkeit, dass er nicht noch mehr leiden musste, Dankbarkeit für die Zeit, die man gemeinsam hatte.

In Tagen wie diesen, wenn wieder ein Mensch geht, sind die Gefühle wieder präsenter, ist der Schmerz wieder intensiver, die Dankbarkeit wieder größer, die Erkenntnis wieder bewusster. Man möchte sie umarmen, sie hören, sie riechen, ihnen vieles sagen – aber das geht nicht. Dann mache ich mir Musik an. Musik, die wir zusammen gehört und gespielt haben. Mein Papa war ein großer Fan von Bryan Adams. Wenn ich Bryan singen höre, höre ich Papa, nicht weil sie die gleiche Stimme hätten, sondern weil wir es so,so oft zusammen gehört haben.

Papa, in Gedanken bei dir! Jeden Tag bist du da, wo ich bin!
Oma, alle Ehre gebührt dir!

Wenn ihr einen geliebten Menschen verliert, tut mir das sehr leid für euch. Jeder Mensch bewältigt Trauer anders, jeder Mensch verkraftet Schicksalsschläge anders, vergesst aber bitte nie, es geht immer irgendwie weiter, immer versuchen nach vorne zu schauen, nicht nur zurück. Die Erinnerungen bleiben für immer eure, so leben eure Liebsten weiter, in euch, mit euch und durch euch!

 

Vom schlafen gehen, sogenannten Phasen und einem Plädoyer

Für Coco!

“Gute Nacht mein Schatz, schlaf gut!”
“Gute Nacht Mama!” Ein Küsschen, eine Umarmung, ein festes drücken, ich drehe mich um, lehne die Tür an, sodass noch ein kleiner Lichtspalt offen bleibt und setze mich entspannt auf die Couch –  geschafft!
So, oder so ähnlich läuft es bei uns …

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