Family, Kids & Co Leben im Ausland

Mein Mann, seine Karriere und ich – Gemeinsam in die gleiche Richtung (Blogparade)

Die liebe Berdien schreibt auf ihrem Blog Bejewly über ihr Leben als Diplomaten-Gatting. Zur Zeit lebt sie mit ihrer Familie in Mexiko, auf Bejewly könnt ihr wunderbar mitverfolgen, wie sich das Erlebnis Auswandern für Berdien im letzten Jahr angefühlt hat, mit allen Höhen und Tiefen, allen schönen und auch nicht so schönen Momenten. Liebe Berdien, ich freue mich persönlich sehr für dich, dass du angekommen bist und die Vorzüge deines Expatlebens nun genießt.

Mein Mann, seine Karriere und ich – das ist der Titel der Blogparade zu der Berdien aufruft und gerade als Expatfrau wird man häufig gefragt: „Und du, was machst du denn da eigentlich so den ganzen Tag?“. Grund genug genau diese Frage zu beantworten und an Berdiens Blogparade teilzunehmen.

Das Thema ist so spannend und so vielschichtig, dass es schwer ist hier einen Anfang zu finden. Als Expatfrau bin ich mit meinem Mann ausgewandert, warum eigentlich?

Warum ins Ausland? 
Als wir uns dazu entschieden ins Ausland zu gehen war Selma gerade geboren und ich als frische Zweit-Mama damit beschäftigt meinen Onlineshop aufzubauen und mein Label und die Produkte am Markt zu platzieren. Ich hatte mir mein Netzwerk geschaffen und war fest davon überzeugt, mein Projekt nun immer weiter zum Laufen zu bringen. Es sah gut aus. Mit dem Angebot der Firma meines Mannes ins Ausland zu gehen, gab ich das vorübergehend auf und entschied mich dazu dem Schritt ins Ausland den Vorrang zu geben.
Warum? Als Expat ins Ausland entsandt zu werden ist die komfortabelste Möglichkeit einen Fuß aus seiner Gewohnten Umgebung heraus in eine neue, fremde Welt zu setzen. Ich wollte immer schon gerne mal im Ausland leben, weg von dem was ich kenne, die Welt entdecken, aber nicht als Urlauber, sondern authentisch über einen längeren Zeitraum eintauchen in das Fremde. Auf eigene Faust ist das mit einem weitaus größeren Risiko verbunden als unter der Obhut einer Firma. So zögerten wir nicht lange. Die Entscheidung trafen wir gemeinsam, einvernehmlich.

Arbeiten mit Kindern – ein organisatorische Herausforderung
Rückblick: Nach einem Jahr Elternzeit ging ich damals wieder Arbeiten, zurück in meinen Angestellten-Job an der Universität. In Teilzeit. Nach einem Jahr purem Mama-Glück und ständigem Babytalk fand ich es klasse, mich wieder mit anderen Themen zu beschäftigen und in diesen paar Stunden auf der Arbeit relativ frei mir meine Zeit einteilen zu können. Diese Stunden auf der Arbeit waren „Entspannung“ im Gegensatz zum 24/7 Mama-Sein, was aber völlig nervig war, war die ganze Organisation drum herum. Zum Glück unterstütze uns unsere Familie und diese Hilfe nahmen wir gerne und dankend an, so hatten wir nicht die Not, unbedingt auf einen Betreuungsplatz angewiesen zu sein. Dennoch stresste mich die Organisation, das Hinbringen, das Abholen, die Wohnung, Wäsche, der ganze Haushalt, es musste ja trotz Teilzeitjob nebenbei alles genau so weiterlaufen und funktionieren wie bisher. In dieser stressigen Zeit wurde mir immer klarer, dass ich Arbeiten (in festen Strukturen) +Kinder und Happy+Ausgeglichen sein eine echte Herausforderung finde. Mir war nun völlig egal, ob die Möglichkeit für Frauen Karriere machen zu können eine wunderbare Errungenschaft unserer heutigen Moderne ist, denn ich sah eigentlich nur den Stress und Druck der sich dadurch bei mir ergab. Viele arbeitende Mütter, die ich kannte und auch fragte, berichteten ähnliches. Sie mochten ihren Job, das arbeiten an sich, das drumherum aber absolut gar nicht! Sie waren nicht zufrieden, gestresst, genervt, ausgebrannt und auch enttäuscht. Warum enttäuscht? Weil das System eben nicht funktioniert, hinten und vorne nicht. Das Betreuungssystem funktioniert nicht, das „working-family system“ funktioniert nicht, weil Gleichberechtigung weder innerhalb der Familie tatsächlich immer gegeben ist, noch am Arbeitsplatz. Wir sind so emanzipiert und so stark, dass wir Arbeiten im Job 50%-100% schaffen + 70-80-100% zuhause innerhalb der Familie. Damit sind wir im schlechtesten Fall bei 200% und das funktioniert auf Dauer nicht. Das soll nun aber nicht unser Thema hier gerade sein – entschuldigt den kurzen Exkurs.
Für mich war das eine wirklich prägende Zeit und aufgrund dieser Erfahrungen empfand ich dann die Entscheidung ins Ausland zu gehen und mein Business vorübergehend auf Eis zu legen nicht als ungerecht oder ich mich hinten angestellt.

Gemeinsam in die gleiche Richtung  
Als Expatfrauen unterstützen wir unsere Männer bei ihrer Karriere im Ausland, wir stärken ihnen den Rücken, indem wir mit ihnen in ein anderes Land ziehen und vor Ort den Alltag managen. Dadurch, dass die Kinder in den Kindergarten gehen und ich zuhause viel Zeit habe, entschied ich mich dazu, dass ich diese Zeit nicht ungenutzt ins Land ziehen lassen möchte. Mich fortzubilden, weiterzubilden, wieder dazu zu lernen um mich so aufzustellen, dass ich grundsätzlich von jedem Flecken dieser Erde problemlos arbeiten könnte, war meine Idee. Das Internet, das worldwideweb bietet uns so viele Möglichkeiten uns heutzutage mit der ganzen Welt zu verbinden, sodass tatsächliche Entfernungen oftmals gar nicht mehr relevant sind.
Als Ernährungstrainerin kann ich Menschen von überall aus beraten, Webinare und Workshops überall auf der Welt halten und mich mit euch zu jeder Zeit von jedem Ort der Welt verbinden. Ich arbeite zum Beispiel für Dr. Greger von nutritionfacts.org, das passiert Online, wir sind uns im echten Leben nie begegnet. Ideen entwickeln, Chancen nutzen, Grenzen sprengen, alte Muster aufbrechen, offen denken und dann ist so vieles möglich. Wir brauchen nur Ideen und Leidenschaft, eine Vision und den Willen. Mein Mann unterstützt mich dabei und weil wir uns gegenseitig in unserem Tun unterstützen, können wir hier gemeinsam in die gleiche Richtung schauen – egal wo wir gerade sind.  Meine natürliche Neugier ist mir hierbei, glaube ich, ein guter Wegbereiter. Ich kann mich sehr gut für alle möglichen Themen begeistern und möchte dann nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern wirklich tief einsteigen. Ich liebe es zu lernen und möchte das auch tun, bis ich irgendwann mal den Löffel abgeben muss…

Danke, liebe Berdien für den Aufruf zu deiner Blogparade. Ich würde sehr gerne diese Gelegenheit nutzen um diejenigen Expatmamas anzusprechen, die vielleicht nichts mit ihrer Zeit anzufangen wissen, die denken eventuell ihre Karriere zugunsten der ihres Mannes aufgegeben zu haben: Schaut, was euch interessiert, was macht euch Spaß, mit welchem Thema/ Themen beschäftigt ihr euch gerne und bildet euch fort. Es gibt unglaublich viele Fernstudien-Möglichkeiten oder vielleicht auch in dem Land in dem ihr seid tolle Wokshops, Fortbildungsmöglichkeiten usw. Vielleicht wäre das ja etwas für euch. Seid proaktiv, eure Lebensaufgabe wird euch nicht plötzlich in den Schoß fallen, ihr dürft sie suchen und sie wird euch finden. Ihr habt die Zeit, die es dafür braucht und es gibt wenig wertvolleres als Zeit zu haben. Schreibt mich sehr gerne an, wenn ihr Fragen habt, die euch auf der Seele brennen.

 

 

  1. Liebe Johanna, vielen, vielen Dank für diesen schönen, positiven Beitrag zu meiner Blogparade! Du bist eine sehr beeindruckende Frau!
    Liebe Grüße vom anderen Ende der Welt
    Berdien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*