Leben im Ausland

Manchmal darf man es sich einfach gönnen – von freien Tagen!

Für mich stand heute alles unter dem Motto: Zeit für mich! Es war mein erster freier Tag. Genauer gesagt waren es 3,5 Stunden und sie waren himmlisch. Freier Tag, dass heisst, ich habe tatsächlich einer “Nanny” meine Mädels anvertraut, habe das Haus verlassen, bin einfach raus gegangen.Es war ein seltsames Gefühl. Aber ich habe versucht mich nicht von dem Gefühl überwältigen zu lassen. Ich wollte das, ich wollte ein bisschen Zeit in der Woche “für mich” und da hatte ich sie nun. “Für mich” heisst dann letzten Endes: zum einkaufen und Sachen erledigen, die mit Kids zu schwer, zu anstrengend, zu kompliziert, zu aufwendig sind. Ich habe hier kein Auto, also ist Lebensmittel einkaufen ein wirkliches Abenteuer und ein riesen Akt und Kraftakt, wenn man zwei Kinder dabei hat. Während das kleine Fräulein Naseweiss im Buggy sitzt und relativ gut mitspielt, will die Große so gut wie alles haben, was es im jeweiligen Geschäft gerade gibt und zu guter letzt dann noch auf den Arm und getragen werden – bis nach Hause bitte- sicherlich nicht…! (Obwohl ich die Arme eigentlich sehr gut verstehen kann… Es ist heiß, es ist voll, die Wege sind lang und bergig und Mama schleift Kind durch die Gegend…)

Also wird das nun an den freien Tagen erledigt. Aber erstmal wollte ich etwas nur für mich tun! Ich entschied kurzerhand: Ab geht’s zum Friseur.

Wieso eigentlich nicht. Also ging ich bei uns in der Nähe zu einem Friseur. Sprechen Sie englisch? Natürlich nicht. Also habe ich mit Händen und Füßen versucht zu erklären auf welche Länge ich meine Haare kürzen lassen wollte. Es war einfach lustig, vorallem das Föhnen. Ich glaube sie waren mit meinen dicken und vielen Haaren überfordert, denn plötzlich föhnten mich zwei Mitarbeiterinnen. Dabei gehen sie übrigens nicht gerade zimperlich vor.

Ganz sanft war das nicht! Hoppla…

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Das Endergebnis war super, besser als ich es erwartet hatte. Ich war schon ein bisschen stolz, so ganz ohne ein Wort koreanisch mitten in Seoul beim Friseur gewesen zu sein. Da werde ich wieder hingehen, definitiv, nicht zuletzt wegen des unschlagbaren Preises: 23.000₩, das sind circa 20€ für waschen, Pflege, schneiden, Pflege, föhnen. Ich bin hin und weg!
Als ich den Friseur verließ fühlte ich mich so leicht und luftig und gut und beschwingt. Das war ein wirklich tolles Erlebnis. Auf ging es nun einkaufen, was ohne Kids reibungslos und super schnell ging. So schnell, dass ich sogar noch Zeit hatte meinen eigentlichen Coffee to go in meinem Lieblingskaffe im sitzen zu trinken – kurzes Facebook, Instagramm, Twitter Update und weiter ging es in einen Gruschelladen für Bürobedarf.
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Nach ein bisschen wühlen, fand ich was ich suchte, zahlte und ging. Ach, was war das alles easy going ohne Kinder dabei zu haben. Ich konnte die Stadt, die Wege, die ich nun schon hundert mal gegangen bin ohne Kinderwagen und ohne Kinder vollkommen anders wahrnehmen. Ich überquerte Straßen an anderen Stellen, richtete meinen Blick auf vollkommen andere Dinge und hatte Zeit und Ruhe einfach mal einen Moment zu verweilen und mir etwas anzusehen, was mich gerade spontan interessierte.

Ich hatte heute ein kleines bisschen Urlaub und ich kam so entspannt nach Hause zu meinen Kindern, wie schon lange nicht mehr. So kommt es ihnen letztlich auch zu Gute – was wollen wir mehr! Ein sehr gelungener Tag – also ich freue mich auf nächste Woche.

P.s.: Als die Nanny ging war das Geschrei groß. Bleiben solle sie … Na dann, wer sagt’s denn…

Habt ihr auch einen freien Tag?
Was macht ihr so an euren freien Tagen?
Habt ihr ein schlechtes Gewissen euren Kindern gegenüber? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Bis dahin!

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