Mama abroad - Interviewreihe

Nancy von Fuzzyfacts

Ich freue mich, euch heute wieder eine Expat-Mama vorstellen zu dürfen.  Nancy lebt seit Anfang 2015 mit ihrem Mann und dem kleinen Benjamin in Charleston, South Carolina. Liebe Nancy, schön, dass du dabei bist. Los geht’s mit meinen Fragen an dich.

Montagmorgen, der Wecker klingelt, die Woche geht wieder los. Wie sieht denn so ein typischer Expat-Mama-Montag-Morgen bei dir so aus?


Ich stehe um 5 Uhr vergnügt auf, gehe 10 km joggen und mache danach noch Pilates… Nee, Quatsch! Ich wache gegen 7.30 Uhr auf, aber auch nur, weil mein Mann mir liebenswerterweise einen duftenden Kaffee auf den Nachttisch stellt, bevor er zur Arbeit fährt. Bis unser Sohn im Laufe der nächsten halben Stunde ebenfalls aufwacht, genieße ich den Kaffee und surfe durch’s Netz. Nach dem Stillen kuscheln und spielen wir dann noch ausgiebig im Bett. Meistens nickt der Zwerg nach einer Stunde wieder kurz ein und ich kann unter die Dusche hüpfen und frühstücken. Am späten Vormittag fahren wir dann gemeinsam zur parents and child class, einer Krabbelgruppe.

Stell dich doch bitte kurz vor. 
Mein Name ist Nancy und ich bin 33 Jahre alt. Ich lebe mit meinem Mann und unserem Sohn (4 Monate alt) seit Januar 2015 in Charleston, South Carolina. Wenn der Kleine tagsüber schläft, feile ich an den letzten Kapiteln meiner Dissertation.

Was hat dich dazu bewogen ins Ausland zu gehen?
Abgesehen von einem 2-monatigen Praktikum in Paris haben sich für mich längere Auslandsaufenthalte nie ergeben, was ich immer sehr schade fand. Als mein Mann das Angebot seiner Firma bekam, für 3 Jahre in die USA zu gehen, haben wir dann nicht lange überlegt und direkt zugesagt. Zwar musste ich dafür meinen Job aufgeben, aber eine solche Chance lässt man einfach nicht verstreichen. Diese Lebenserfahrung ist einmalig und davon werden wir als Einzelpersonen sowie als Paar profitieren.

Was bedeutet für dich Ankommen und wie lange hast du gebraucht, um in deiner neuen Heimat anzukommen?
Ankommen bestand für mich vor allem daraus, dass wir nach drei Wochen im Hotel, der erfolgreichen Wohnungssuche und der Ankunft des Containers endlich auf unserem eigenen Sofa liegen und in unserem eigenen Bett schlafen konnten. Zum Wohlfühlen gehören für mich die eigenen Möbel einfach dazu. Ansonsten ist mir das Ankommen nicht schwergefallen: Die Menschen sind unglaublich offen und freundlich, das Wetter ist traumhaft und der Strand liegt direkt vor der Haustür. Was will man mehr? Lediglich der Punkt Freunde ist noch ausbaufähig. Ich bin gespannt, ob und wann sich aus den bisherigen netten Bekanntschaften festere Freundschaften entwickeln. So etwas braucht ja aber bekanntlich seine Zeit.

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Was schätzt du besonders an deiner neuen Heimat und worauf könntest du gut verzichten?
Zu den Punkten, warum wir uns in South Carolina so wohlfühlen, zählen auf jeden Fall die Herzlichkeit der Menschen, ganz allgemein und vor allem Kindern gegenüber. Außerdem finde ich es klasse, dass wir fast ganzjährig Flip-Flops tragen können! J Andersherum sind die mit der Hitze einhergehenden Krabbeltiere aller Art ziemlich nervig. Angefangen bei Moskitos bis zu Ohrenkneifern und Großschaben, die hier im Süden trotz pest control hin und wieder ihren Weg in die Wohnungen finden. Letztens krabbelte über die Wand unseres Schlafzimmers sogar eine kleine Echse. Das war aber eher niedlich. Keine Ahnung, wo die herkam (und wo sie beim Lichtanschalten schnell wieder hingeflitzt ist…)

Wie hat dein Kind/ haben deine Kinder auf all die Umstellungen und neuen Eindrücke reagiert?
Benjamin wurde im Juni in den USA geboren. Er kennt Deutschland (noch) nicht und musste sich nicht umstellen.

Hast du durch das Auswandern und Leben an einem anderen Flecken dieser Erde etwas Spezielles gelernt?
In South Carolina ticken die Uhren etwas langsamer und die Menschen sind wesentlich lässiger – liegt bestimmt an der Hitze. Wenn man aus Deutschland kommt, muss man hier schnell lernen, auch mal fünfe gerade sein zu lassen. Anfangs kam ich bei Treffen zum Beispiel immer überpünktlich und saß dann immer zehn Minuten alleine rum. „No rush“ diktiert hier den Alltag und ich finde das sehr, sehr angenehm. Mittlerweile stresse ich mich auch nicht mehr, das gibt echt mehr Lebensqualität.

Welche 3 Tipps würdest du jemandem geben, der gerade kurz davorsteht, sich in ein ähnliches Abenteuer zu stürzen?
Drei wüsste ich jetzt nicht, aber einen ganz wichtigen Tipp: Wenn es möglich ist, sollte man sich bereits vor der Auswanderung einen ersten Eindruck von der neuen Heimat machen. Wir waren etwa drei Monate vorher ein paar Tage in Charleston, haben uns mit der neuen Umgebung vertraut gemacht und bereits diverse Wohngegenden erkundet. Dadurch konnten wir später gezielter und ohne große Enttäuschungen nach Wohnungen suchen. Außerdem hat es die Stimmung bei der endgültigen Abreise gelockert: Man flog nicht mit Sack und Pack ins völlig Unbekannte.

Ich packe meinen Expat-Koffer und nehme mit… Welche 3 Sachen sind unabdingbar und müssen unbedingt schon mit ins Gepäck?
Brotbackmischungen, Fotos von Freunden und der Familie, Salzige Heringe und Rittersport.

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Nancy, 33 Jahre, 1 Kind, Charleston (South Carolina), Fuzzyfacts

Liebe Nancy, danke für deine Antworten. Ich freue mich sehr, dass du mitgemacht hast. 
Habt ihr Lust Nancy bei ihrem Abenteuer in Charleston zu begleiten? Dann schaut unbedingt bei Fuzzyfacts vorbei. 

Unterschrift

  1. Ein sehr schönes Interview, vielen Dank! Ich bin selbst gerade mit meinem Mann in die USA gezogen (nach New York) und noch in der Eingewöhnungsphase, da liest man so einen Beitrag sehr gerne. Mehr davon!

    • Hey Juliane, Dankeschön 😊 ja da werden noch einige weitere Interviews kommen. Du hast auch einen Blog? Alles Gute in New York! Gewöhnt euch gut ein. LG Johanna

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