Mama abroad - Interviewreihe

Jonna von Expatmamas.de

Ich freue mich, euch heute endlich meine erste Interview-Reihe vorstellen zu können. Wie komme ich nun darauf, eine Interview-Reihe zu starten? Ich finde es persönlich sehr spannend, zu erfahren, wie es anderen Mamis im Ausland ergeht und welche Erfahrungen sie machen. Da lag es nahe, diese vielen spannenden Sichtweisen auch euch zu präsentieren. Ich wünsche euch viel Spaß und freue mich heute ganz besonders über meinen ersten Gast: eine erfahrene Expat-Mama, die vier Jahre in England lebte. Jonna von Expatmamas – im Ausland zu Hause. 

Montagmorgen, der Wecker klingelt, die Woche geht wieder los. Wie sieht denn so ein typischer Expat-Mama-Montag-Morgen bei dir so aus?

Wahrscheinlich wie bei jeder Mama mit Schulkindern: Kinder wecken und mit ihnen noch ein bisschen kuscheln, Frühstück und Pausenbrote machen, Spülmaschine und Waschmaschine anwerfen und, wenn alle weg sind, mit einer Tasse Tee an den Schreibtisch setzen. Mails beantworten, Spam-Kommentare auf der Website löschen und bei dem ein oder andern Blog reinlesen. Mit der Büro-Routine wärme ich sozusagen die Finger auf, bevor ich anfange, kreativ zu schreiben.

Stell dich doch bitte kurz vor.
Ich lebe heute mit Mann und zwei Kindern (9 und 10) in Stuttgart und betreibe eine Internet-Plattform für Mütter im Ausland: www.expatmamas.de. Wir haben vier Jahre in England gelebt und nach unserer Rückkehr wurde ich viel gefragt: Wie war es? Was hat dir gefehlt? Was hat dir geholfen? Wir waren im Ausland vor Facebook und dem Blog-Boom, in einer Umgebung ohne Expat-Community – da hatte man zu Beginn mehr Fragen als Antworten. Aber auch heute sind die mitausreisenden Frauen mit ihrem Alltag in der neuen Umgebung weitgehend allein. Ich möchte das ändern, indem ich ihnen ein Forum zum Austausch biete.

Was hat dich dazu bewogen ins Ausland zu gehen?
Mein Mann bekam ein tolles Angebot von seinem Arbeitgeber. Ich war damals hochschwanger und dachte: Die Elternzeit kann ich auch woanders verbringen. Also, warum nicht nach England geben?

Was bedeutet für dich Ankommen und wie lange hast du gebraucht um in deiner neuen Heimat anzukommen? 
Ich fühle mich in dem Moment zum ersten Mal zuhause, wenn ich  in der neuen Heimat irgendwo hingehe und mit meinen Namen begrüßt werde.  Ich bin viel umgezogen und es ist immer dieser Augenblick, in dem mir jedes Mal das Herz aufgeht.  Es ist dieses Gefühl, dass dich jemand kennt (wenn auch nur ein bisschen) und derjenige es merken würde, wenn du nicht da wärst. Freunde zu finden, mit denen man den Alltag teilt, das bedeutet wohl ankommen für mich.

Was schätzt du besonders an deiner neuen Heimat und worauf könntest du gut verzichten?
In England habe ich die Freundlichkeit der Menschen am meisten geschätzt.  Ich kann das Klischee nur bestätigen. Der fast ständig wehende Wind, mal mehr,  mal weniger stark, ging mir dagegen ziemlich auf den Geist.

Wie hat dein Kind/ haben deine Kinder auf all die Umstellungen und neuen Eindrücke reagiert?
Meine Tochter war vier Monate alt, als wir ins Ausland gingen, mein Sohn kam dort auf die Welt. Sie kannten es gar nicht anders. Die Umstellung kam für sie mit unserer Rückkehr nach Deutschland, da waren beide im Kindergartenalter.  Auf den ersten Blick passen sich die Kinder schnell an, aber auf den zweiten Blick hatten wir in den ersten Monaten viele Wutanfälle und Tränen.

Hast du durch das Auswandern und Leben an einem anderen Flecken dieser Erde etwas Spezielles gelernt?
Ja unbedingt. Erstens: Man kann mehr, als man vorher denkt. Zweitens: Man lernt besser zuzuhören und zu beobachten (denn nur wer genau hinhört, lernt Sprache und Gepflogenheiten). Drittens: Man stellt öfter Fragen als andere und ich rege mich heute noch schneller auf, wenn Leute glauben, am deutschen Wesen solle die Welt genesen.

Welche 3 Tipps würdest du jemandem geben, der gerade kurz davor steht, sich in ein ähnliches Abenteuer zu stürzen?
Nehmt euch Zeit für die Vorbereitung, fahrt hin und schaut es euch an. Überlegt euch genau, wie ihr leben wollt; was ist euch wichtig, viel Grün oder Einkaufen um die Ecke? Setzt euch nicht unter Druck; emotionale Anpassung braucht Zeit. Man darf sich auch mal schlecht fühlen, selbst wenn man mit Hausangestellten unter Palmen leben sollte.

Ich packe meinen Expat-Koffer und nehme mit… Welche 3 Sachen sind unabdingbar und müssen unbedingt schon mit ins Gepäck?
Oh, schwierig zu sagen. Es hängt so viel von der Destination ab. Wenn ich nur für mich sprechen darf und nicht an Schuller und Co. denken soll, würde ich sagen: eine gut gefüllte Hausapotheke,  ein Wörterbuch (oder eine entsprechende App) und viel Schokolade. Alles andere findet sich.

Jonna Struwe (1)

Jonna, 42 Jahre, 2 Kinder, Naseby (England), www.expatmamas.de

Liebe Jonna, danke für deine Antworten. Ich freue mich sehr, dass du mitgemacht hast. 
Möchtet ihr mehr über Jonnas Plattform Expatmamas.de erfahren? Seid ihr vielleicht selber gerade kurz davor ins Ausland zu gehen mit eurer Familie. Dann schaut unbedingt bei Expatmamas.de vorbei, hier findet ihr wirklich wertvolle Tips und viele, tolle weitere Expat-Mamas!

Unterschrift

  1. Oh, das ist eine schöne Reihe. Über Expatsmamas lese ich gerne. Eine schöne Plattform hat Jonna da kreiiert, ich mag ja den ‚Glückkeks‘ besonderns gern. Bin schon gespannt, auf deine nächste Interviewpartnerin 🙂
    Liebe Grüße aus Andalusien
    Susanne

    • Liebe Susanne, vielen lieben Dank für deinen Kommentar, es freut mich, dass dir meine Interview-Reihe gefällt. Du darfst gespannt sein, was/ wer da noch so alles kommt 😉 By the way, vielleicht hast du ja auch Lust, dich meinen Fragen zu stellen. Ich würde mich freuen. Du kannst dich sehr gerne bei mir melden. Viele liebe Grüße Johanna

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