Gesund und glücklich Rezepte

Kimchi selbermachen – das koreanische Superfood

Kennt ihr Kimchi? In Korea ist es das Essen bzw die Beilage schlechthin. Kimchi isst man  morgens, mittags, abends, zu jeder Mahlzeit wird es gereicht. Es ist gleichermaßen traditionell wie populär und über die Grenzen Koreas hinweg bekannt. Kimchi gilt mittlerweile als einer der fünf gesündesten Nahrungsmittel der Welt. Das finde ich herausragend spannend und wert, sich näher damit zu beschäftigen.

Was ist Kimchi?
Kimchi (kor. 김치) ist eingelegtes Gemüse. Ursprünglich legte man vor Beginn des eisig kalten Winters in Korea große Vorräte an. Hiefür bediente man sich des Prozesses der Fermentierung. Das Gemüse wird durch Säuregärung haltbar gemacht, sodass es in den kalten, weniger ertragsreichen Monaten als Lebensmittel zur Verfügung steht. Auch heute wird traditionell Kimchi in großem Stil im Spätherbst hergestellt. Jede Familie hat ihr eigenes Familienrezept und jeder isst natürlich das Kimchi seiner eigenen Mama am liebsten.

Kimchi cooking class im Korean templefood centre
Ich liebe Kimchi (mittlerweile). Da ich davon ausgehe, dass ich in Deutschland Kimchi  nicht an jeder Ecke finden werde, habe ich mir fest vorgenommen zu lernen, wie man Kimchi zubereitet. Gemeinsam mit meiner Freundin Natalie waren wir im „Korean templefood centre“ in Seoul zu einer sog. Kimchi cooking class – also einem Kochkurs.

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Da unser Kochkurs in einem Tempel stattfand war unser Rezept natürlich der koreanischen Tempelküche (korean temple cuisine) entnommen. Das sogenannte templefood (Tempel essen) ist die Nahrung, die die Mönche in den Klöstern essen. Hierbei liegt der Fokus nicht nur auf den Zutaten, also den Lebensmitteln an sich, sondern auch auf der geistigen Haltung, die man während des Essens einnimmt: Essen ist Energie, Essen ist Medizin, für unser Essen dürfen wir dankbar sein. Ich meinte zu merken, dass auch der Umgang mit dem Lebensmitteln während der Zubereitung sehr sorgsam war.

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Wie wird Kimchi zubereiter in der sog. temple cuisine? 
Zutaten:
1 Chinakohl
500 gr (kor. Rettich)
1 Karotte
150 gr glatte Petersilie
250 gr brauner Senf Blätter
Für das ‚Dressing‘
100 gr Chilli Pulver
50 ml koreanische Soyasoße
1 Apfel
1/2 Birne
1 Stückchen Ingwer gerieben
300 gr Meersalz
1.5 EL geröstete Sesamkörner
1 Kaki
150 gr Grünalge (codium fragile)

Für die Gemüsebrühe
1 Liter Wasser
4 Shiitke Pilze
1/4 (koreanischen) Rettich
Für die Reisstärkepaste
1/2 Tasse Reismehl
2 Tassen Gemüsebrühe
1 EL Meersalz

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Zubereitung der Gemüsebrühe
Gebe alle Zutaten für die Gemüsebrühe in einen Topf und bringe es zum kochen. Sobald es kocht Hitze runter regulieren und 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend abgießen.

Zubereitung der Reisstärkepaste
Gebe die Gemüsebrühe in einen Topf. Füge das Reismehl hinzu und bringe das Gemisch zum kochen. Rühre solange um, bis die Konsistenz andickt.

Zubereitung Kimchi
Schneide den Chinakohl längs durch. Nun stellen wir eine Sole her, indem wir 1 Tasse Salz auf 10 Tassen Wasser geben. Den Chinakohl legen wir nun für 5 Stunden hierin ein. Nach 5 Stunden nehmen wir den Chinakohl aus der Sole und spülen ihn mit klarem Wasser ab.
Den Rettich schneiden wir in schmale Streifen, ebenso die Karotte.

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Die Petersilie und die Senfblätter schneiden wir in ca. 3 cm große Stücke. Grünalge, Ingwer fein reiben. Apfel und Birne werden ebenfalls fein gerieben. Die Kaki pressen wir durch ein Sieb.

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Nun mischen wir in einer großen Schüssel alle Zutaten mit der Reisstärkepaste und würzen  mit Salz. Nun legen wir den Chinakohl in die Große Schüssel mit hinein und geben von dem Dressing zwischen jedes Kohlblatt eine gute Menge. Fertig ist unser Kimchi.

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Es kann sofort gegessen werden oder aber im Kühlschrank aufbewahrt werden. Je länger es fermentiert, umso sauerer wird es im Geschmack.

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Wer Kimchi kennt, kennt sicherlich auch den starken Knoblauchgeschmack. Die Version, die ich euch vorgestellt habe, enthält allerdings kein Knoblauch, da Knoblauch eines der Zutaten ist, die in der temple cuisine nicht verwendet werden. Knoblauch als stark Energiegeladenes Lebensmittel hat eine aphrodisierende Wirkung (ja, man mag es aufgrund des Geruchs nicht glauben) und die Tempelmönche möchten diese Wirkung natürlich nicht provozieren, insofern meiden sie Knoblauch. Ausserdem ist in einer Gemeinschaft, in der viele Menschen auf engem Raum leben der penetrante Geruch eher unangenehm.
Ihr könnt natürlich eurem Kimchi auch fein gepressten Knoblauch hinzufügen.

Wenn ihr ein bestimmtes Lebensmittel nicht finden könnt, dann schreibt mich sehr gerne an und ich erkundige mich hier im Tempel nach einer alternativen Zutat. Habt ihr keine Äpfel, Birnen oder Kaki daheim, könnt ihr einfach ein wenig Rohrzucker (besser als Haushaltszucker) zum süßen in euer Dressing geben. Die Früchte dienen in diesem Rezept dem süßen.

Ich hatte einen faszinierenden, schönen Tag im Templefood Centre, ich habe eine Menge spannender Menschen kennengelernt.

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Liebe Natalie, liebe Elly, vielen Dank an euch, dass ich gemeinsam mit euch mein erstes Kimchi herstellen durfte – wir waren ein wunderbares Kochteam!!! Thanks to Natalie and Elly who made my first selfmade-Kimchi experience a very special one <3

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