Kategorie: Leben im Ausland

Gemischte Gefühle – unser erster Deutschland-Besuch steht an

Samstag, 26.03.2016. Gar nicht mehr lange und dann heißt es für uns Urlaub. Ein ganz besonderer Urlaub steht an. Sicherlich habt ihr schon mitbekommen, dass wir das erste mal nach fast einem Jahr nach Deutschland fliegen.

Wie fühlt sich das an? Seltsam, spannend, ein bisschen aufregend. Emi ist schon ganz aufgeregt. Sie fragt ständig, wann wir fliegen, wie oft sie noch schlafen muss. Was sie wohl erwartet von dieser Reise? Beantworten kann sie mir diese Frage nicht. Ein Jahr lang haben wir tolle Erfahrungen gesammelt, so viele Menschen kennen gelernt, neue Freundschaften geknüpft, uns in der Fremde und Ferne alleine zurecht gefunden. Wir sind gewachsen mit den Erfahrungen und an den Herausforderungen. Ich habe nahezu jede Sekunde bisher hier genossen. Ich bin glücklich über das, was wir hier erleben und glücklich darüber, dass wir uns darüber freuen können, in ein paar Tagen sorglos und unbeschwert nach Deutschland zu fliegen und unsere Familie und Freunde nach so einer langen Zeit wieder in die Arme schließen zu dürfen. Das alles ist nicht selbstverständlich! Es geht uns gut, wir haben Gott sei dank keine großen Sorgen, wir führen ein wirklich sehr priviligiertes Leben, für das wir dankbar sein dürfen.

Und doch gibt es Dinge, Tatsachen, Bilder, Ereignisse, die mich traurig machen, die mich zweifeln lassen, die mich ratlos und sprachlos machen. Und mit unserem sorglosen Besuch in Deutschland schwingt immer so ein bisschen ein Gefühl von Schwere mit. Wie ist die Stimmung in dem Land, dem wir vor einem Jahr nicht unbegründet ganz bewusst den Rücken gekehrt haben. Dass, was über die Medien transportiert wird, zeichnet für uns hier ein manchmal chaotisches, manchmal von Hass und Fremdenfeindlichkeit dominiertes Bild einer menschlichen Landschaft, das mir nicht gefällt, das mich beunruhigt und das ich meinen Kindern nicht zeigen möchte. Und mich beschleicht dieses Gefühl von Unwohlsein und Unsicherheit. Wenn ich an Deutschland denke, dann beginne ich mich schwer zu fühlen, dann sehe ich ganz viel grau, viele grieskrämige Menschen, die sich über alles Mögliche unsinnigerweise beschweren, die unreflektiert ihre Abneigung anderen Menschen gegenüber bekunden, nur weil sie eben anders sind, hierbei ist meistens ganz gleich ob das nun zu Recht oder zu Unrecht geschieht.

Wisst ihr, ich hieß mal anders, ich hatte mal einen deutschen Nachnamen und mit dem war alles so wunderbar einfach. Dann habe ich geheiratet und hatte plötzlich einen türkischen Nachnamen. Und schon wurde alles schwerer. Am Telefon habe ich mich irgendwann bewusst immer mit Vor- und Nachnamen gemeldet, damit ich bloß nicht schon von erster Sekunde an in eine Schublade gesteckt werde. Ich wollte einfach so behandelt werden, wie es mir bisher bekannt war und wie es eigentlich normal sein sollte! Wie verrückt, dass ich meinen deutschen Namen meinem türkischen Nachnamen dafür voransetzen musste, oder? All das, was hinter dieser kleinen Anekdote steckt möchte ich nicht, nicht für meine Kinder, nicht für meinen Mann, nicht für mich! Deutschland, warum machst du es mir so schwer?

Wenn ihr das hier lest, dann sitzen wir gerade im Flieger nach Deutschland, vielleicht sind wir auch schon angekommen. Ich würde mich so freuen, wenn sich mein Gefühl sobald wir ankommen, ändert… Wenn die Bilder der Medien, die uns hier erreichen, falsch sind, die Stimmung, die dadurch transportiert wird, nicht real ist. Und wenn meine Erinnerung an so viele grieskrämige, unfreundliche, voreingenommene Menschen völlig falsch ist.

Hiermit melde ich uns für 2 Wochen dann auch ab. Wir werden eine wundervolle Hochzeit meiner Schwester feiern, tolle Menschen treffen, die ich sehr vermisst habe, hoffentlich viel lachen, gut essen, bis tief in die Nacht quatschen und es uns gut gehen lassen mit all unseren Herzensmenschen!
Bis dahin wünsche ich euch auch eine tolle Zeit. Die Eine und Andere werde ich ja am 8.4. beim #RMEB Café treffen. Darauf freue ich mich auch schon riesig.

 

Von wilden Wasserfahrten und verträumten Seenlandschaften – Unser Wochenende in Bildern vom 24. &. 25.10.

Am vergangenen Wochenende waren wir in den Bergen. Trotz dessen ich ein wenig angeschlagen war, wollte ich den geplanten Trip nach Hwacheon nicht absagen. Also packte ich Freitag Abend schon alles zusammen, damit wir Samstag relativ früh los können. Mit Kindern früh los zu kommen fällt mir extrem schwer. Warum ist das eigentlich so? Geht das nur mir so? Ich kann noch so sehr vorplanen, vorbereiten und vorsorgen, kurz bevor es losgeht artet es irgendwie jedesmal in Chaos aus und wir kommen einfach nicht los. Also wurde es doch wieder später Vormittag und die Quittung dafür ließ nicht lange auf sich warten: Endlos Stau. Das ist für Seouler Verhältnisse nicht ungewöhnlich. Trotzdem ist es für mich jedes mal eine Glückssache, ob die Kids nun mitmachen und den Stau ohne Gequengel hinnehmen oder schon von Anfang an genervt sind. Mein Tip: Tablet! Ja, ich bekenne mich dazu, die Große schaut auf dem Tablet Kinderserien oder spielt Kinder(Lern)spiele. Immerhin. Die lange Fahrt hatte sich schließlich eindeutig gelohnt.

Unsere Unterkunft sollte eine alte ausrangierte Bahn sein. In Hwacheon-Eup (Nähe der DMZ) geparkt in Flussnähe und mit netten, kleinen Zimmern ausgestattet. Für die Große ein richtiges Abenteuer.

Weiterlesen

Happy Bayram, Happy Chuseok – Wir feiern!

Jeden Mittwoch ist library day. Das heißt, die Kinder dürfen sich aus der schulinternen Bücherei ein Buch ausleihen. Wir hatten schon Bücher über sämtliche Fische, über Schweine, über Grumpy den Morgenmuffel und und und … Diese Woche hatte meine Große wohl den siebten Sinn. Sie kam nach Hause mit dem Buch “The Party”. Ob sie es wohl geahnt hatte?  Diese Woche standen bei uns nämlich zwei Feste an. Einmal Kurban-Bayram und einmal Chuseok.

Weiterlesen

Unser Wochenende in Bilder vom 19./20.09. – Von alten Gemäuern und neusten Beautytrends

Dieses Wochenende haben wir uns mal wieder einen uns bisher noch unbekannten Teil der Stadt angesehen. Davon gibt es in Seoul nämlich noch so einige. Da das Wetter auch immer noch traumhaft ist, hält uns so sowieso gut wie nichts im Haus. (Wobei wir uns am Samstag Abend als wir Heim kamen ein bisschen ärgerten, denn in unserem Haus hatte offensichtlich ein Film-Dreh stattgefunden. Das ist natürlich spannend, leider haben wir es verpasst.
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit vorgezogenen Sonntags-Brötchen und Wochenend-Rumgetrödel am Vormittag machten wir uns am Samstag auf den Weg zum Nationalen Volkskundemuseums. Nun ja, das klingt erstmal richtig langweilig. So nach Schule und ziemlich trockenem, blöden Ausflug. So war es aber gar nicht.

Weiterlesen