Kategorie: Familie

Working mom – 2012 bis 2017 – vieles im Wandel

Als ich mit meiner ältesten Tochter Emi schwanger wurde arbeitete ich gerade an der Universität in Frankfurt. Es kam also mit dem Kind ganz standartmäßig erst der Mutterschutz, dann das Kind, dann die Elternzeit. Alles nach Plan, alles im Rahmen.
So eine Elternzeit ist spannend, es ist alles Neu, es ist alles anders, man muss sich aneinander gewöhnen, an die neue Rolle, an neue Rollenverteilungen innerhalb dem neuen Konstrukt Familie. Der Prozess dauert und er ist anstrengend und dennoch packte mich irgendwann inmitten all dieser Veränderungen der Drang nach noch mehr Veränderung, nach noch mehr Neuem und in einem kurzen inspirierenden Moment war irgendwann die Idee zu meinem eigenen Label Mom’s Accessories geboren.

Die Produkte zu entwickeln und zu designen und all das ganze drum herum auf die Beine zu stellen, hat mir unwahrscheinlich viel Spaß gemacht. Das fand nebenbei statt, denn ich sollte ja auch wieder zurück an meinen alten Arbeitsplatz nach der Elternzeit.
Emi war damals gerade mal 1 Jahr und 2 Monate alt, das war wirklich mental schwierig, doch wir hatten Unterstützung von der ganzen Familie und so blieb die Betreuung erstmal größtenteils Familienangelegenheit.

Irgendwann kündigte sich dann unsere Nummer 2 an und in all dem Chaos aus arbeiten, selbstständig machen, das erste Kind nicht mehr 24/7 um sich zu haben, lief die zweite Schwangerschaft irgendwie einfach so nebenher.
Ich weiß noch, wie ich hochschwanger auf unserer ersten Messe mit unseren Produkten stand. Es war eine wirklich tolle, ereignisreiche und anstrengende Zeit.

Mit unserer zweiten Tochter Selma sollte wieder ganz viel Veränderung in unser Leben kommen. Sie war gerade 4 Monate alt, als es plötzlich hieß, möglicherweise wartet die weite Welt auf uns. Unsere Expatpläne platzen spontan in Baby-Chaos, Produktetablierung und erneute Neu-Findungen im Familienkonstrukt, die Große war mittlerweile ein richtiges Kita Kind geworden. Doch da wir Veränderungen und Bewegungen lieben, blieben wir hier offen und so sollte es dann wohl so sein, dass wir mit Baby, Kind, Sack und Pack Deutschland verließen.

Mein Online Shop begann gerade zu blühen und ich hatte deutschlandweit einige Verkäufer gewinnen können, doch nun hieß es erstmal mein gerade gestartetet Business auf Eis zu legen. Das war nicht leicht, aber es stand außer Frage es nicht zu tun, denn ins Ausland wollte ich ehrlich gesagt schon immer.

In Korea angekommen entwickelte sich sehr viel, ich startete meinen eigenen Blog, baute mir ein tollen Netzwerk auf mit vielen wunderbaren Menschen, die ich zum Teil vielleicht nur online kenne, aber durch ihre Präsenz im Netz doch immerhin so im Detail, wie sie es eben in der Online-Welt zulassen möchten. Gleiches gilt für mich. Gemeinsam mit Janina alias Frida Mercury von 2KindChaos und Marsha von Mutter und Söhnchen von organisierte ich im April 2016 das erste Eltern-Bloggerevent im Rhein-Main Gebiet. Eine spannende Sache. Das #rmeb (Rhein-Main-Elternblogger Event) gibt es heute immernoch.

2016 entschied ich mich, nachdem ich also so richtig in Seoul angekommen war und mir klar wurde, die Zeit möchte ich nutzen und nicht einfach verstreichen lassen, dazu mich im Bereich Gesundheit und Prävention fortzubilden. Ich entschied mich dazu, mich vorallem in der Ernährungsberatung zu spezialisieren und hier einen ganzheitlichen Ansatz zu wählen, der sich stark an einer pflanzenorientierten, vollwertigen Kost orientiert.
Prävention ist hier der Grundgedanke, Verbesserung der Lebensqualität durch Ernährung das Ziel. Ich bin überzeugt von der Macht unserer Nahrung und wünsche mir mit meiner Arbeit dem Menschen das Wissen weiter zu geben, dass sie benötigen um möglichst lange ein möglichst gesundes Leben führen zu können. Selbstverantwortung für unsere Gesundheit übernehmen können wir dann, wenn wir aufgeklärt darüber sind, was Gesundheit fördert und was eben nicht. Alt bekannt ist das Wissen darüber, das Nahrung so viel mehr ist als nur ein Sattmacher oder ein geschmackliches Erlebnis.

“Let food be your medicine and medicine be your food” – Hippokrates

Als Mutter ist es mir ein besonderes Anliegen Mütter zu erreichen, denn sie sind maßgeblich dafür verantwortlich wie sich ein Kind ernährt und in Zukunft ernähren wird.

Laut der Kiggs Studie (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland/ 2003-2009) verzeichnen wir eine steigende Anzahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher zwischen 3-17 Jahren in Deutschland. Verglichen mit den Referenzwerten von 1985-1999 liegt hier ein Anstieg von 50 Prozent vor. Circa 6 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren zu diesem Zeitpunkt sogar krankhaft adipös. Das ist fatal. Die aktuellen Zahlen sind mir bisher noch nicht bekannt, die zweite Welle der Studie läuft noch bis August 2017, es bleibt abzuwarten. Was aber sehen wir, wenn wir übergewichtige Kinder sehen? Ist es das Resultat einer genetischen Veranlagung oder Disposition? Nein, es ist das Resultat einer bestimmten innerfamiliär verankerten Esskultur- und gewohnheit.

Familien in diesem Bereich zu begleiten, aufzuklären und Möglichkeiten aufzuzeigen scheint mir eine sinnvolle Arbeit und ein wichtiger Beitrag um Familien die Möglichkeit zu geben aktiv und präventiv Familiengesundheit zu gestalten.

Ich freue mich außerordentlich in diesem Rahmen schon viele inspirierende Menschen kennengelernt zu haben. So arbeite ich gemeinsam mit Niko Rittenau an seinem plantbased Symposium, wo namenhafte internationale Wissenschaftler, Gesundheitsforscher und Mediziner zu Wort kommen.

Darüberhinaus bin ich Teammember des Translator-Teams von nutritionfacts.org. Dr. Greger versorgt uns auf nutritionfacts.org mit Studien zum Thema gesunde Ernährung. Bisher existiert die Seite leider nur auf englisch, wir arbeiten im Team daran die Inhalte dem deutschsprachigen Publikum peux a peux zugänglich zu machen.

Und nun freue ich mich, bald mein eigenes Ernährungstraining anbieten zu können und bin offen für Fragen jeglicher Art eurerseits.

Stay healthy!

So habe ich mich als Mama verändert! Blogparade

Die liebe Frida von 2 Kind Chaos hat zur Blogparade aufgerufen. Und wenn die Frida ruft, da folge ich sehr gerne. Das Thema ist nämlich all zu schön: Wie habt ihr euch denn so verändert als Mama?- möchte Frida von uns wissen.

Sich verändern ist ja immer so eine Sache, das kommt nicht von heute auf morgen, man ist nicht heute so und morgen plötzlich anders. Es ist ein schleichender Prozess, der vielleicht auch gar nicht immer sofort auffällt, der vielleicht auch nicht mal sonderlich ins Gewicht fällt. Und doch gibt es ein paar Dinge, die ich ganz klar benennen kann, die anders sind, seitdem ich Mama bin. Hier für dich Frida und für euch meine Top 5 Veränderungen: Weiterlesen

From Andy’s desk: Wie können wir gute Eltern sein?

Einmal im Monat bekommen wir Post from Andy’s desk. Was ist das, fragt ihr euch jetzt bestimmt. Andy ist der Schulleiter von Emis Schule –  ECLC – Early Childhood Learning Center. Ich bin ein großer Fan unserer Schule, von Anfang an gewesen und immer noch. Sie tut Emi gut, es macht ihr Spaß, sie hat dort ihre Freunde gefunden und Vertrauen in ihre Lehrer und das Schulpersonal. Es ist ein fröhlicher Ort, ein freundlicher Ort und vor allem ein herzlicher Ort. So, da flattert nun also jeden Monat einmal ein Brieflein in unser Haus direkt von Andys Schreibtisch mit allen möglichen Infos über all das, was so im vergangenen Monat passiert ist und einem Ausblick auf das, was im laufenden Monat kommen wird. Dieses mal war ein schöner Beitrag zum Thema ” Wie können wir gute Eltern sein?” dabei, den ich gerne mit euch teilen möchte. Los geht’s:

How can i be a good parent? – Wie können wir gute Eltern sein?
– aus dem englischen (ich bin keine Dolmetscherin, ich kann es sicherlich nicht einwandfrei übersetzen, aber ich gebe mir Mühe.)

Es gibt nicht den einen einzigen und richtigen Weg ein Kind groß zu ziehen. Es gibt auch nicht so etwas wie “die perfekten Eltern” oder “das perfekte Kind”. Aber es gibt ein paar kleine Hilfestellungen, die dazu beitragen können, dass dein Kind gesund und glücklich aufwächst:

Spend time with your children – Verbringe Zeit mit deinen Kindern
Macht Sachen gemeinsam, lest ein Buch zusammen, spielt zusammen, räumt gemeinsam auf. Kinder wünschen sich am meisten deine Aufmerksamkeit. Schlechtes Verhalten ist oftmals nur der Versuch, deine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Show your love – Zeige ihnen deine Liebe
Sage deinen Kindern jeden Tag: ” Ich liebe dich. Du bist ganz besonders für mich!” Schenke ihnen viele Umarmungen und Küsse. Weiterlesen

Welt, dir fehlt Liebe! Gedanken zu aktuellen Ereignissen

Die Ereignisse haben sich in den letzten Wochen regelrecht überschlagen. Es ist ja nun nicht so, dass es nicht immer schon schlechte Nachrichten gegeben hätte, dennoch habe ich im Moment das Gefühl, dass sich die Schreckensmeldungen häufen. Amokläufe, Anschläge, Menschen sterben gefühlt verhäuft jung an Krebs oder anderen schlimmen Krankheiten und dann wurden wir leider auch noch fast Zeuge davon, wie ein Mensch, der seinen Depressionen nicht mehr stand halten konnte, sich entscheidet diese Welt zu verlassen. “Am Ende. Es hat leider nicht gereicht für ein ganzes Leben.” twitterte Johannes Korten, ein bekannter Blogger, vergangene Woche, veröffentlichte auf seinem Blog seinen Abschiedsbrief und nahm sich das Leben. Als ich seine Twittermeldung und all die flehenden Aufrufe in den Kommentaren darunter, seine Entscheidung nochmal zu überdenken, las, war auch ich am Ende. Ich fragte mich einmal mehr, was hier auf unserer eigentlich doch so schönen Welt gerade los war und weshalb es sich so anfühlte, als würden nur noch dramatische Dinge passieren und wir alle sind mittlerweile ‘mittendrin statt nur dabei’.

Früher vs. heute
Früher war das anders, dachte ich. Früher passierten sicherlich auch sehr viele schlimme Dinge (hier ein interessanter Artikel dazu: ‘Steuert die Welt auf eine Katastrophe zu oder trügt uns unser Gefühl?’), die Berichterstattung darüber und die Möglichkeiten Zugang zu Informationen zu bekommen waren allerdings anders. Wir konnten nicht live dabei sein, wenn sich irgendwo auf der Welt plötzlich etwas furchtbares ereignete, niemand konnte schreckliche Bilder von blutüberströmten Menschen twittern oder Videos hochladen, die nichts außer Angst, Schrecken und Leid abbilden. Es drängt sich mir das Gefühl auf, so schrecklich alle all diese Taten auch finden, die Sensationsgier steigt mit jeder Meldung. Die Liveticker sämtlicher Medien-Portale batteln sich um das neuste Update, die Twitter-User twittern und hashtaggen wild drauf los, sobald es das Weltgeschehen wieder zulässt. Hierbei gilt nicht selten, je sensationeller und reißerischer das Posting, der Tweet, das Bild, das Video, umso besser. Wir alle können heute Paparazzo fast jeder Situation auf dieser Welt sein, sei sie schrecklich, abstoßend, angst-einflößend oder gefährlich, das ist völlig egal. Ich finde das nicht gut, das stört mich, das nervt mich, es macht Angst, versetzt in Schrecken und hinterlässt ein ungutes Gefühl.

Bekommen unsere Kinder davon etwas mit?
Ich mache keine Nachrichten an, solange die Kinder wach sind. Mit 4 und 2 Jahren finde ich, müssen sie noch nicht wissen, wie viel Böses da draußen in der großen, weiten Welt existiert. Meine Kinder (zumindest die Große) wissen, dass Menschen sterben, dass sie beerdigt werden und ihr Körper dann unter der Erde liegt – das ist natürlich, das ist der Kreislauf des Lebens. Dass es Menschen gibt, die vorsätzlich andere Menschen töten, dass es neben Liebe leider auch ganz viel Hass auf unserer Welt gibt und zu was der Hass der Menschen in der Lage ist, das möchte ich sie noch nicht wissen lassen. Dass ich sie nicht ein Leben lang davor bewahren und schützen kann ist mir bewusst, doch möchte ich ihr Vertrauen in Liebe, Menschlichkeit und Mitgefühl so lange uneingeschränkt wachsen lassen, wie es mir nur möglich ist. Ist das naiv? Ist mir egal, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es genau das ist, was unserer Welt fehlt – mehr Liebe!

Liebe. Menschlichkeit. Mitgefühl.
Wo Liebe ist, da ist Menschlichkeit. Wo Menschlichkeit ist, da ist Mitgefühl. Wo Mitgefühl ist, da ist kein Platz für Hass. Das ist so einfach und so schön und gleichzeitig offensichtlich so schwer.

Du kannst etwas verändern!
Wir sollten uns jeden Tag fragen, in was für einer Welt wollen wir eigentlich leben? In was für einer Welt wollen wir unsere Kinder aufwachsen sehen. Ist es eine Welt voller Leid, voller brutaler, unmenschlicher Ereignisse oder eine Welt, in der wir unsere Mitmenschen so behandeln, wie wir selbst gerne behandelt werden würden? Eine Welt, in der wir im Kleinen das säen, was wir im Großen gerne gesät sehen würden, um später das zu ernten, was die Welt vielleicht ein Stückchen besser machen würde – ein aufrichtiges und respektvolles Miteinander getragen von Akzeptanz auch für das, was anders ist, als das was wir es vielleicht kennen. Anders muss nicht immer schlecht sein, anders ist schlichtweg einfach anders und für die Anderen einfach normal. So easy ist das 😉

Die Meisten von uns leben tatsächlich in der priviligierten Situation entscheiden zu können – und das jeden Tag aktiv aufs Neue – wie sie leben möchten. Damit meine ich nun nicht, ob in einer großen Villa mit Pool oder doch lieber bescheiden in einer 2 Zimmer Wohnung. Ich meine die eigene innere Einstellung dazu, wie wir miteinander und auch mit uns selbst umgehen möchten. Wir können uns jeden Tag aufs Neue dazu entscheiden in diese Welt, die so grausam und kalt im Moment auf uns wirkt, ganz viel Menschlichkeit zu bringen. Grüßt die Menschen, die euch auf der Straße begegnen, lächelt sie an, anstatt ein mürrisches Gesicht aufzulegen. Fangt im Kleinen an und macht die Welt euren Möglichkeiten nach in eurem Wirkungskreis zu einem besseren Ort. Wir haben die Wahl, wir können uns dazu entscheiden – und das ist die gute Nachricht 🙂

So, genug gefaselt. Haltet mich für naiv, das ist euer gutes Recht, ich fühle mich wohl mit diesem Ansatz in meiner kleinen, gott sei dank heilen, rosaroten Welt 😉

Alles-Liebe_Unterschrift-neu

Die Krux mit dem Erziehen:Vom ständigen “Nein” und konsequentem Handeln

Hier lese ich für euch einen Ausschnitt aus dem Artikel vor:

 

Ich bin eine Spielverderberin!
Wenn ich den Anspruch an mich habe, mich selbst reflektieren zu wollen, dann muss ich das ehrlicherweise zugeben, das  ist die Wahrheit! Als Mama bin ich zu einer echten Spielverderberin geworden. Ich sage gefühlte 100.000 mal am Tag “Nein”? Nein, fass das nicht an! Nein, lass das da liegen! Nein, das ist nicht für Kinder! Nein, das darfst du jetzt nicht! Nein! Nein! Nein! Ich fühle mich wie die größte Spielverderberin und das fühlt sich gar nicht gut an und das macht auch irgendetwas mit mir.

Rückblick – Ich erinnere mich …
Ich erinnere mich, wie ich als Kind manchmal nicht verstehen konnte, wenn auf irgendeine Frage, Aktion, Bitte meinerseits mit “Nein!” reagiert wurde. Ich kann mich noch an das erinnern, was eine solche Reaktion bei mir hervorrief: Wieso denken die Erwachsenen, ich kann das nicht, ich schaffe das nicht, ich bin dafür zu klein, wieso darf ich das nicht und xy darf das…? Fühlte ich mich doch groß und stark und in der Lage vieles zu tun, zu probieren, zu erkunden, was mir von den großen Erwachsenen verboten wurde. Sicherlich war ich nicht zu allem in der Lage und überschätzte gewiss meine kindlichen Fähigkeiten, dennoch hatte ich ein natürliches Vertrauen in mich, ein starkes Selbstvertrauen, an dem irgendwie auch mit jedem “Nein!” ein wenig gerüttelt wurde.
Man müsste meinen, ich hätte aus dieser Erfahrung gelernt, es selbst vielleicht etwas anders zu halten.

Wie ist das nun, wenn man selber Mama ist?
Doch so stehe ich nun heute als Mama da und rufe lauthals meinen Kindern immer wieder ein deutliches und klares “Nein!” zu und das hat ganz viele unterschiedliche Gründe

  • Ich habe Angst, dass mein Kind bei einer Aktion etwas passieren könnte,
  • ich traue meinem Kind manchmal (situationsbedingt) nicht zu, dass es Situationen richtig einschätzen und bestimmte Gefahren abschätzen kann,
  • ich möchte meinem Kind beibringen, dass es Regeln gibt, an die es sich halten soll,
  • Ich möchte meinem Kind Grenzen aufzeigen,
  • Und vieles mehr…

Oftmals ist es so, dass ich mir dann vorkomme wie der größte Spielverderber. Die Große macht etwas, das sie auf keinen Fall machen soll, ich sehe es und unterbreche sie in ihrem Tun mit dem Hinweis darauf, dass sie das nicht darf/ machen soll. Ist die Situation relativ entspannt, biete ich ihr einen Kompromiss an, eine Alternative oder irgendeine Hilfestellung, irgendetwas, womit wir beide uns zufrieden geben könn(t)en. Dieser Kompromiss ist manchmal ok, oft aber doof (für sie!). Ob das nun eine Protestreaktion ist oder der angebotene Kompromiss eventuell tatsächlich nicht so gelungen ist, ist völlig egal, denn das Ergebnis ist oft das selbe: Die Stimmung kippt! Die Situation bedingt, denke ich, allerdings eine solche Reaktion. Selbstverständlich findet ein Kind es nicht toll, wenn es bei etwas unterbrochen wird, was ihm offensichtlich gerade großen Spaß macht und ist nicht sofort in der Lage das zu reflektieren und den von Mama gemachten Kompromiss als gut einzuordnen und bestenfalls anzunehmen.
Manchmal entstehen dann diese Konfliktsituationen, da sie mein Eingreifen und das Verbot nicht versteht und in dem Moment, manchmal auch keinerlei Erklärung zulassen möchte. Ein Kompromiss zu schließen ist in so einer Situation nicht möglich. Jetzt muss irgendwie abgelenkt werden, damit die Stimmung nicht ganz hinüber ist.

Nächste Hürde: Konsequent sein
Mit dem “Nein-sagen” und den ewigen oft ungewünschten Kompromissen ist es ja nicht getan. Obendrein wäre es von Vorteil, wenn ich das, was ich mir von meinen Kindern wünsche, möchte, erwarte, verlange auch konsequent wünsche, möchte, erwarte, verlange. Es bringt ja nun nichts, wenn ich heute A und morgen zu ein und derselben Sache B sage oder sie gar ignoriere. Dann weiß mein Kind nicht, was ich nun eigentlich tatsächlich will oder offensichtlich nicht will, noch scheine ich es selbst zu wissen. Daher tut es gut, bevor ich eine Regel aufstelle oder ein “Nein” ausspreche, darüber nachzudenken, ob das nun wirklich sinnvoll und konsequent von mir gewünscht ist und eingefordert werden kann.
“Don’t say it unless you don’t mean it” –  ein wichtiger Satz für mich, wenn es darum geht, darüber zu entscheiden, wie konsequent ich etwas umsetzen möchte. Einmal ausgesprochen und eingefordert, kann ich nicht am nächsten Tag es plötzlich anders wollen. Natürlich kann man auch mal ein Auge zudrücken und vielleicht einfach mal so tun, als hätte man etwas nun gerade nicht gesehen, doch im Regelfall versuche ich unsere “Regeln” konsequent umzusetzen, was mich oft wieder in die Abseitsposition des Spielverderbers rückt.

Die Krux an dieser “Erziehungs-Sache”
Regeln aufstellen und umsetzen, konsequent darin sein und Grenzen setzen, gleichzeitig noch genug Freiraum für Selbstentfaltung lassen und auf die Bedürfnisse und Wünsche des Kindes angemessen eingehen. Die Waage zu halten zwischen sinnvollen Ver-boten und Ge-boten, das Kind angemessen fördern, doch nicht überfordern, all das klingt in der Theorie so wunderbar einfach und sinnvoll und scheint so viel Harmonie und besonders tolle Kinder und später 1A erwachsene Menschen zu versprechen. Im Alltag fühlt es sich aber oft anders und gar nicht schön an. Es ist anstrengend und irgendwie manchmal unfair. Es kann zermürbend und oftmals mühselig sein. Konsequent dabei sein ist schwierig und gelingt auch nicht immer. Wer ist schon gerne und ständig und irgendwie eigentlich immer der Spielverderber? Und wie sieht überhaupt eine friedliche Erziehung aus? Wie laufen denn solche Situationen im Optimalfall ab, sodass alle Beteiligten sich damit wohl fühlen? Und Mama am Ende vielleicht auch mal nicht nur als Spielverderberin das Feld verlässt, sondern vielleicht auch einfach nur einmal die Heldin ist, die die Situation perfekt gemeistert hat.
(Antworten und Anleitungen hierzu bitte sehr, sehr gerne in den Kommentaren!

Und manchmal gibt es sie doch
Ab und an – wenn ich gerade so absolut gar nicht damit rechne – passiert es. Diese Momente sind kurz und klasse. Da steht sie dann plötzlich vor mir und sagt: Mami, ich habe dich jetzt verstanden.  
Und endlich fühle ich mich nicht mehr wie eine Spielverderberin und irgendwie einfach verstanden und gut!

Wie ist das denn bei euch? Ich freue mich, wenn ihr mir in den Kommentaren darüber berichtet wie ihr es so empfindet mit dem “Nein-sagen”. Wie konsequent seid ihr? Fühlt ihr euch auch manchmal wie ein Spielverderber? Schreibt mir, ich freue mich!