#Kitakind – so hat die Eingewöhnung bei uns geklappt

Egal ob Kinderkrippe oder Kindergarten, irgendwann ist es soweit und Mama und Kind müssen sich zum ersten mal voneinander trennen. Es ist ein Meilenstein, ein Erlebnis, dem oftmals schon lange vorher mit gemischten Gefühlen entgegen gefiebert wird. Wie wird das klappen, wie wird mein Kind reagieren? Wie werden wir uns beide dabei und damit fühlen. Fragen über Fragen und am Ende kommt es oftmals anders als man dachte.

Wie war das eigentlich bei uns?
Für uns ist das Thema Kindergarten und Eingewöhnung ein sehr aktuelles. Meine Große besucht nun seit 6 Wochen einen internationalen Kindergarten in Seoul. Nachdem sie am summercamp schon wunderbar teilgenommen hatte, waren wir zuversichtlich, dass sie sich auch in ihrer neuen Kindergarten Gruppe wohl fühlen wird. Und tatsächlich: die Eric Carle Class (Autor u.a. v. d. Raupe Nimmersatt) sollte von Anbeginn an (ok, zumindest ab dem 2. Tag) zu einem ihrer wohlfühl-Orte hier in Seoul werden.

Unterschied Deutschland/ Südkorea
Eine Eingewöhnung, wie ich es aus Deutschland kannte, gibt es hier nicht. Ich war es bisher gewohnt, dass ich als Mutter die erste zeit mit dabei bin, teilweise im Raum, teilweise vor der Tür. Der Ablösungsprozess soll schonend gestaltet und so die Trennung dem Kind (und der Mutter) erleichtert werden . Nun gut, soweit die Theorie.

Die Praxis hier in Südkorea sieht etwas vollkommen anders aus. Am ersten Tag durften die Eltern mitkommen und sich den neuen Klassenraum ansehen, sich mit den Erziehern unterhalten, Fragen stellen, alles begutachten. Das war schön, aber auch anstrengend.  Die Große wollte nicht so recht zu den Erziehern gehen und sich auch nicht mit ihnen unterhalten. Sie versteckte sich immer hinter mir und wollte natürlich nur in meiner Anwesenheit mit dem ein oder anderen Spielzeug spielen, wenn auch sie extrem neugierig war und am liebsten wahrscheinlich sofort losgelegt hätte zu spielen. Mir war das klar.

“Wenn ich dabei bin, wird das nie im Leben etwas”
Das hatte ich schon im vornherein meinem Mann prognostiziert. Ich sollte Recht behalten. Wir hielten uns relativ kurz auf und gingen anschließend gemeinsam wieder nach Hause. Zuhause erklärten wir ihr, dass sie ab morgen alleine in die Schule gehen werde (hier heißt es preschool und nicht kindergarten). Ich sagte ihr, sie sei nun ein großes Mädchen (typischer Spruch) und was man eben noch so alles sagen kann, um das Kind dazu zu ermutigen, 1. alleine (!)  in einen Schulbus einzusteigen und 2. den Tag in der preschool alleine (!) ohne Mama und Baba zu verbringen.

Es klappt!
Am kommenden Tag sollte es also losgehen, sie ging zum Bus, stieg ein… weg war sie. Problemlos.
Zugegebenermaßen habe ich den Tag über ständig auf mein Handy geschaut, ob da nicht eventuell ein Anruf oder eine Nachricht kommt. ‘Bitte holen sie ihre Tochter ab!’ Nichts.
Das Abholen gestaltete sich ähnlich easy. Kind ist im Bus eingeschlafen, ich wecke sie auf, lasse sie aussteigen, wir gehen nach Hause und schauen im communication book nach, ob dort etwas steht. Und siehe da:

“Eric Carle Class is having a wonderful first day! Emi is doing very well. She is participating in all our activities including choosing activities on her own, singing during circle time, eating snack and playing together with her new friends!”

Ich war hellauf begeistert und sagte ihr, wie stolz ich auf sie sei und dass ich mich freue, dass es ihr so gut gefällt. Sie strahlte natürlich und auf meine Nachfrage hin, sagte sie sogar, dass sie sich auf den nächsten Schultag freue.
So kann eine Eingewöhnung eben auch ablaufen.

Ausnahmen bestätigen die Regel?!
Natürlich muss das nicht die Regel sein und es gibt sicherlich auch Fälle, bei denen das nicht so leicht und einwandfrei funktioniert. Glücklicherweise aber dufte ich diese Erfahrung machen und bin sehr dankbar dafür.

Zu mir selbst möchte ich sagen, dass es mir in keiner Minute schwer fällt mein Kind fremd-betreuen zu lassen, wenn ich sehe und spüre wie glücklich und erfüllt sie dabei und dadurch ist. Ich sehe das Strahlen in ihren Augen, ich beobachte die Rollenspiele, die sie zuhause spielt und sehe, wie sie das Erlebte positiv verarbeitet. Sie hat in einem Monat preschool so unwahrscheinlich viel neues dazu gelernt, dass ich nur fasziniert und beeindruckt meinen Hut vor ihr ziehen kann. Sie hat Freunde gefunden, mit denen sie Spaß hat, die ihr Leben und ihren Alltag bereichern. Und letztenendes hat sie ohne meine Anwesenheit sich in ein vollkommen neues, fremdsprachiges Umfeld und in eine Gruppe eingefunden, sich darin zurechtgefunden und begonnen wohl zu fühlen. Ich hätte sie dabei gestört, da bin ich mir sicher.
Mich haben diese unterschiedlichen Konzepte und Ansätze zur Eingewöhnung in die Kita darüber nachdenken lassen, was denn nun besser ist? Oder ist beides gut? Gibt es in Deutschland überhaupt dieses ‘Augen-zu-und-durch’- Konzept (das heißt nicht wirklich so!) oder wird überall eher kuschelig entwöhnt. Ich möchte das nicht schlecht heißen, ich frage mich nur, ob es wirklich notwendig ist, dass man teilweise bis zu 4 Wochen Eingewöhnung braucht? Ich empfand es als hochschwangere Mutter unwahrscheinlich anstrengend 2 Woche mit in die Krabbelgruppe zu gehen, obwohl ich mich selbst als störend empfand und das Gefühl hatte mein Kind wäre bereit dafür alleine dort zu bleiben. Ist das Typ-abhängig?

Wie war das denn bei euch?
Ich lade euch herzlich ein zu meiner (allerersten)

Blogparade zum Thema #Kitakind – so hat die Eingewöhnung bei uns geklappt

  • Egal ob gerade aktuell oder schon ewig vorbei: Erzählt mir von euren Eingewöhnungs-Erlebnissen entweder in der Krippe oder in der Kita.
  • Berichtet mir über eure Erfahrungen. Wie war der Ablauf, wie war es für euch, wie für euer Kind? Wie habt ihr euch dabei gefühlt, wie hat sich euer Kind dabei gefühlt? Wie zufrieden/ unzufrieden ward ihr mit der Rolle der Erzieher im Eingewöhnungsprozess, was fandet ihr gut, was hättet ihr euch anders gewünscht usw.
  • Verlinkt bitte Mamalogik & more in eurem Beitrag.
  • Setzt bitte einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag mit einem Link zu eurem Beitrag.
  • Die Blogparade endet am 01.11.2015.
  • Ich werde eure Beiträge selbstverständlich in einem Beitrag hier auf Mamalogik auswerten.

Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte und bin sehr gespannt wie dieser Meilenstein von euch erlebt wurde.

Viel Spaß und
Unterschrift

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