Leben im Ausland Seoul

A & O – Vom Auswandern und Orientieren (Teil 3)

Die Zeit rast, wir sind seit fast einem Monat in Südkorea und es kommt mir tatsächlich vor als wäre es schon viel länger. Es ist vollkommen normal hier zu sein mittlerweile. Ich kann zwar noch nicht wirklich behaupten, dass wir einen geregelten Alltag haben, aber wir haben so etwas wie eine kleine Routine. Da es für die Große Mitte Juni in den Kindergarten bzw. die sogenannte preschool geht, wird sich dann aber wahrscheinlich erst unser richtiger Alltag einstellen.
Darauf freue ich mich schon so sehr. Ich bin so ein Gewohnheitsmensch und eigentlich total unflexibel. Am leichtesten fällt es mir und am wohlsten fühle ich mich dann, wenn ich wirklich alltägliche Routinen habe, an denen ich mich sozusagen durch den Tag hangele und  die möglichst Tag für Tag identisch sind. Klingt irgendwie total unflexibel. Ja, das stimmt. Eine Erkenntnis, die mir erst vor Kurzem kam. Ich freue mich ausserdem auf die Kindergartenzeit, da meiner Großen daheim mit Mama einfach doch die Decke langsam auf den Kopf fällt. Ich versuche neben dem alltäglichen Haushaltskram, kochen und was eben noch so anfällt für die Kids so gut es mir alleine möglich ist Programm zu machen. Doch ich kann sie verstehen. Sie liebt es viele Kinder um sich zu haben. Nun ist es ja nicht mehr all zu lange. So, nun aber zurück zum eigentlichen Thema.
Heute soll es ja um unseren letzten Teil vom Auswandern und Orientieren gehen. Falls ihr bisher nicht mitbekommen habt, was schon alles passiert ist, könnt ihr das einmal hier und einmal hier nachlesen.

Der Flug mit beiden Kids war mittelmäßig ok. Die Große hat direkt nach dem Start für circa 2 Stunden geschlafen und war dann aber, wenn ich mich recht erinnere komplett wach. Wir haben Spaziergänge durch das Flugzeug gemacht, die Wolken bestaunt, den Sonnenaufgang genossen und irgendwie versucht die Zeit rum zu kriegen. Da die meisten Mitfliegenden schliefen, fiel es mir wirklich schwer meine kleine Temperament-Bombe einigermaßen ruhig zu halten. Aber irgendwie hat es geklappt und wir kamen nach 10 Stunden Flug erleichtert und vollkommen erschöpft in Seoul an.

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Die eigentliche Herausforderung sollte nun sein, wie wir unsere Koffermassen + 1 Kinderbett + 1 Buggy + 1 Maxi Cosi + diverse Taschen/ Rucksäcke + 2 Kinder vom Gepäckband zum Taxi befördern. Leider gibt es hiervon nur ein sehr verwackeltes Bild.

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Aber auch das meisterten wir mit Bravour und saßen innerhalb kürzester Zeit in einem Jumbo – Taxi Richtung unseres neuen Zuhauses. Das war ein ganz wunderbares Gefühl und ich freute mich unwahrscheinlich auf die Wohnung, darauf, der Großen all das zu zeigen, wovon ich ihr die ganze Zeit erzählt hatte.
Unsere Maklerin empfing uns und erklärte uns noch ein paar kleine technische Details und dann ging sie und wir waren nun wirklich plötzlich angekommen in unserer Wohnung mitten in Südkorea, mitten in Seoul.
Yeah nun sollte der Spass also beginnen.
Ich weiss gar nicht mehr,  was wir als erstes gemacht haben, aber ich glaube wir sind eine Runde durchs Haus gelaufen, haben den Indoor Spielplatz der Großen gezeigt und haben uns noch einen Kaffe und etwas zum Essen geholt.
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Die kommenden Tage sollte mein Mann noch frei haben,  sodass wir ein bisschen Zeit hatten, uns gemeinsam an die neue Situation zu gewöhnen.
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Glücklicherweise lernte ich sofort am 2. oder 3. Tag Stine kennen. Stine wohnt ebenfalls bei uns im Tower und zwar schon so lange, dass sie super gut weiß wie und wo hier der Hase läuft. Und nicht nur das, sie ist obendrein eine der hilfsbereitesten Menschen, die ich jemals getroffen habe. Ich war und bin einfach nur dankbar, dass wir uns kennengelernt haben und sie mich an die Hand nahm und durch die ersten Wochen in Seoul schob. Jetzt ist Stine nämlich erstmal für 3 Monate in Norwegen, da kommt sie her, aber sie hat mich gut gebrieft und  ich fühle mich super sicher. Thank you Stine!!!

Stine nahm mich also mit zu unserem ersten Playdate, wo ich wieder viele tolle neue Mamis kennen lernen durften, die sich auch alle nur aus einem Grund kannten: sie waren alle in der selben Situation, nämlich mit Familie im Ausland! Wir sind ein bunt gemischter Haufen und das ganze funktioniert nach dem Prinzip, dass jede Woche eine andere Mama nach Hause einlädt. Anna organisiert und koordiniert das via Email. Ich finde das eine tolle Sache und freue mich dabei zu sein 🙂
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(so erschöpft vom vielen spielen)

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Dann kam der Tag wo mein Mann arbeiten musste und ich nun also mit den Kids zum ersten mal alleine in Seoul sein sollte. Ich brauchte einen Plan: shoppen!

Leichter gesagt als getan, denn hier ist es bergig und mit zwei Kids und Kinderwagen und Einkauf gar nicht so leicht. Aber auch das haben wir irgendwie hinbekommen. Die Große im  Buggy, die Kleine vorne vorgehängt im Manduca, hinten auf dem Rücken den Rucksack und unten im Wagen und am  Mommyhook diverse Einkäufe. Anstrengend. Aber alles erledigt, was ich mir vorgenommen habe.
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Also ich finde, dass wir uns hier wirklich ganz gut machen. Es gibt nahezu nichts, wovor wir zurückschrecken und ich finde uns auch trotz 2 Kinder super experimentierfreudig. Ja klar, wir wollen hier ja auch nicht zur couchpotatoe mutieren, sondern die Chance nutzen, das Land in dem wir jetzt leben nach und nach besser kennen zu lernen.

Wie das hier so mit dem shoppen läuft, was es mit Drachen, Lotusblumen und Laternen auf sich hat und warum wir auf den Straßen immer nur sehr langsam vorankommen, erzähle ich euch bestimmt bald.

Ich freue mich natürlich auch immer, wenn ihr eure Kommentare hier lasst. Seid ihr vielleicht selbst schonmal ausgewandert oder habt einen großen Umzug mit vielen Veränderungen hinter euch gebracht? Wie war das für euch? Erzählt mir davon in den Kommentaren!

Bis dahin!

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