Leben im Ausland Seoul

A & O – Vom Auswandern und Orientieren (Teil 2)

Heute möchte ich euch von unserem letzten Monat zu Hause in Deutschland, dem Umzug und Abschied am Flughafen erzählen.
Als wir also voller neuer Eindrücke und mit einem guten Gefühl, weil wir vieles erledigt hatten auf unserer Orientierungsreise, wieder in Deutschland ankamen, war es natürlich das Schönste unsere Große wieder in die Arme zu schließen. Ihr Onkel holte uns vom Flughafen ab und brachte sie mit, wobei sie überhaupt nicht wusste, was sie am Flughafen bzw. dort wo ihr Onkel sie nun hinfuhr, erwartete. Ihr Blick, als sie uns entdeckte, die Freude in ihren Augen, das war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Ich machte die Auto Tür auf und wir waren beide so glücklich uns wieder in die Arme zu schließen. Sie fragte sofort nach ihrer kleinen Schwester und als sie sie im Kinderwagen entdeckte, stürmte sie voller Freude auf sie zu, umarmte sie und küsste sie. Das war wirklich ein ganz tolles Wiedersehen

Nachdem ich ihr erklärt hatte, wo wir gewesen waren und dass wir einen tollen Kindergarten und ein tolles neues Zuhause für sie gefunden haben, musste ich ihr hoch und heilig versprechen, dass wir nur noch alle zusammen nach Korea fliegen und nicht mehr ohne sie. Na klar, das konnte ich ihr auf jeden Fall versprechen 😉
Dann gingen die Vorbereitungen richtig los. Countdown, nur noch drei Wochen und wir sollten tatsächlich nach Südkorea ziehen, also wirklich ans andere Ende der Welt. Wenn ich manchmal intensiver darüber nachdachte, kam es mir unwirklich vor. Ermessen kann man das, was da auf einen zukommt sowieso nicht. Von daher, einfach wagemutig voran, Augen auf und drauf los 🙂

Wir hatten natürlich in Seoul auch den Lebensmittel-Markt erkundet und uns dazu entschieden einiges unserer elementaren Lieblings-Lebensmittel im Container mitzunehmen. Das musste alles gekauft werden. Dann brauchten wir Windeln, Feuchttücher und Milchpulver für die Kleine – und das alles in Massen. Solche Sachen sind extrem teuer in Seoul, daher häuften wir auch hier einen Vorrat an und entschieden uns dazu, diese Sachen mit dem Container nach Korea verschiffen zu lassen. Einen Teil davon haben wir auch schon auf dem Flug mitgenommen. Wir mussten unsere Lagerfläche in in Deutschland vergrößern, da wir uns dazu entschieden hatten, doch mehr Möbel in Deutschland zu lassen als ursprünglich geplant, da unser Vermieter unsere Wohnung teilweise möblieren würde. Das Lager wurde dann eingeräumt, nach und nach mit unseren Habseligkeiten gefüllt. Ich war permanent damit beschäftigt Dinge zu sortieren, auszumisten, wegzuschmeißen, in Kisten zu packen. Es schien ein Fass ohne Boden zu sein und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Wohnung, tatsächlich irgendwann leer geräumt sein würde. Gelebt hatten wir dort gerade einmal vier Jahre. Was sich in vier Jahren alles ansammeln kann, ist wirklich unglaublich. Ich denke ich muss mir ein neues System überlegen, vorallem bei Kleidungsstücken. Vielleicht so etwas wie ein neues Teil kaufen, zwei alte Teile in die Altkleidersammlung. Ok, das ist ein anderes Thema (aber durchaus interessant. Wie macht ihr das denn so?).

Und dann war es doch tatsächlich schneller als gedacht soweit. Die letzte Woche in Deutschland kam und mein Mann ging nochmal für drei Tage zu einem Seminar. Das hieß ich war in der letzten Woche von Montag bis Mittwoch alleine mit den Kids daheim, am Donnerstag sollten die Möbelpacker kommen und am Freitag sollten wir fliegen. Das sah nach einer äußerst entspannten Woche aus. Tatsächlich war sie aber wirklich toll. Die drei Tage verbrachte ich mit meiner jüngsten Schwester, sie half mir mit den Kids und den restlichen noch zu erledigenden Sachen und wir genossen einfach nochmal die letzten Tage zusammen. Den Mittwoch abend verbrachten wir mit packen und am Donnerstag wurden die letzten großen Möbelstücke eingelagert bzw. für den Container abgeholt.

Sehr berührend und für mich irgendwie auch ziemlich schwer, war der Abschied meiner Großen aus ihrer Kindergarten-Gruppe. Am Abend vorher hatte sie mit ihrer Oma Muffins gebacken es sollte eine kleine Abschiedsfeier geben. Die Große war sehr verwurzelt in ihrer Gruppe und zu ihren Erziehern hatte sie ein ganz tolles Verhältnis, sodass es mich wirklich schmerzte, dass diese Zeit für sie nun zu Ende gehen sollte. Ein wenig tröstete mich die Tatsache, dass ihr Lieblings-Erzieher am gleichen Tag zum letzten mal in der Gruppe war und auch die Gruppe wechselte, sodass es diese Konstellation eh nicht mehr gegeben hätte. Sie bekam ein tolles Plakat mit den Händchen aller ihrer Freundinnen und Freunde und ihr Lieblings Buch zum Abschied. Das hat mich sehr gefreut.

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Und dann kam tatsächlich der Donnerstag und die Wohnung wurde ausgeräumt. Endlich war es soweit, aber so langsam machte sich ein mulmiges Gefühl in mir breit. Da waren wir vier Jahre vorher in diese Wohnung eingezogen und hatten dort so vieles miteinander erlebt. Unsere beiden Töchter verbrachten dort die erste Zeit ihres Lebens, wir haben uns als Familie dort gefestigt. Nun gut, man hätte melancholisch werden können, aber ich versuchte den ganzen Tag mich auf das zu konzentrieren, was es zu tun gab. Und das gelang mir zum Glück sehr gut.

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Nachts um 1 Uhr war es dann geschafft. Wir fuhren zu den Eltern meines Mannes, wo die Kids schon friedlich schliefen.

Resultat der Woche: Leere Wohnung, extrem müde und angespannt, weil der große Abschied und ein 10 Stunden Flug mit 2 Kids bevor stand.

Dann kam der wirklich große Tag, unsere Abreise. Wenn ich euch heute davon erzähle, kommt es mir vor als sei es schon eine Ewigkeit her. Dabei sind es gerade mal knapp zwei Wochen. Freitag, 01.05.2015 – es sollte also wirklich endlich los gehen. Nachdem ich super gut geschlafen hatte, frühstückten wir mit der Familie und meiner lieben liebsten Freundin Coco noch ein letztes mal gemeinsam ausgiebig. Da der Flug am späten Nachmittag war, sollte sich der Tag bis dahin nun etwas ziehen. Am Check-In angekommen mussten wir unsere sechs Koffer + 3 x Handgepäck + Kinderbett erst einmal loswerden. Klappte alles prima und dann…

… hieß es für uns sich für die nächste Zeit von all unseren Lieben zu verabschieden. Ein sehr emotionaler und irgendwie auch schöner Moment. Mit jedem Abschied fängt etwas Neues an und ich weiß ja auch, dass wir nicht für immer weg sind – von daher: Keep smiling 🙂

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Dann passierten wir etwas problematisch die Sicherheitskontrolle. Der Großen gefiel es gar nicht, dass sie ihren kleinen Koffer auf das Band legen sollte und verstand nicht, dass er am anderen Ende ja wieder raus kommen würde. Es war wirklich ein kleines Desaster mit einigen Tränen. Doch als wir das geschafft hatten, konnten wir richtig spüren wie plötzlich alle Last von uns abfiel. Ich fühlte mich plötzlich so erleichtert und war so glücklich und voller Euphorie für das, was uns da nun Großes bevor stand.IMG-20150505-WA0002

Damit der Artikel nicht all zu lange wird möchte ich euch beim nächsten mal von unserem Flug, unserem Ankommen in Korea und unserer ersten Woche berichten.

Bis dahin wünsche ich euch eine tolle Zeit!

Unterschrift

 

  1. Hey,
    toller Beitrag. Selbst habe ich auch schon mehrfach darüber nachgedacht auszuwandern. Habe mich aber dazu noch nicht durchringen können. Mein Mann ist Marine Surveyor und kontrolliert die Fracht, die verschifft wird. Weil seine Stelle mittlerweile recht sicher ist, haben wir die Koffer wieder ausgepackt.
    Mir gefallen deine interessanten Beiträge, mach so weiter.

    • Mamalogik

      Liebe Emma, vielen lieben Dank 💚 Es ist ein wirkliches Erlebnis und macht Spaß. Wenn ihr doch nochmal eine Möglichkeit bekommen solltet, packt es an 😉😉 LG aus der Ferne 😊

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